DER SAXOPHON SPIELER
HAVANNA ODER: RAOUL UND LULU
5:00 Uhr morgens. Ich bin mit meiner Abrechnung fertig, habe die letzten Gläser gespült, die Aschenbecher geleert, die Tische abgewischt und die Stühle hochgestellt.
Gerade, als ich meine Jacke anziehen will, um nach einer langen Nacht endlich heim zu gehen, klopft es ans Fenster.
Raoul steht draußen und presst seine Nase ans Glas, während er dabei komische Grimassen schneidet.
Seufzend verabschiede ich mich von dem Gedanken an ein heißes Bad und einem baldigen Sinken in heimische Federn.
Wenn Raoul auftaucht, ist der weitere Verlauf des Morgens mehr als ungewiß. Trotzdem käme es mir nie in den Sinn, ihn nach Hause zu schicken. Dafür liebe ich seine unregelmäßigen Besuche viel zu sehr.
Raoul ist 25, ein ungestümer und blendend aussehender, junger Mann. Jedenfalls wenn man langhaarige, braunlockige, sensible und verrückte Saxophonisten mit dem Gesicht des Verkündigungsengels von Tizian mag. So wie ich.
Raoul schlüpft durch die Tür und drückt mich liebevoll an sich, bevor er seinen Lederkoffer behutsam in eine Ecke stellt.
In dem Koffer ruht sich Raouls wahre Geliebte - sein Sophransaxophon - gerade ein wenig vom ausgedehntem Liebesspiel aus.
Die meisten seiner Freunde nennen Raoul nur Birdy, in Anspielung auf sein großes Vorbild, Charlie Parker, dessen liebevoller Zweitname Bird oder "Yardbird" war. Raoul erzählt mir gern von seinem Vorbild und gerät dabei ins Schwärmen: "Keiner, ich sag`s Dir, k-e-i-n-e-r, Lulu, ist je auf dem Saxophon in so schwindelerregende Sphären geflogen wie Charlie Parker!" Ich liebe es, Raoul zuzuhören, wenn er ins Schwärmen gerät.
Trotzdem finde ich seinen Spitznamen etwas albern und kann mich nicht dazu durchringen, ihn ebenfalls Birdy zu nennen. Für mich war und bleibt er immer Raoul.
Es hat eine Zeit gegeben, in der ich wünschte, Raoul würde bei der Nennung meines Namens in solche Schwärmerei verfallen - aber leider ist sein Saxophon eine eifersüchtige Geliebte, die Niemanden neben sich dulden kann.
Damals war ich sehr verliebt in Raoul und wollte ihn um jeden Preis "besitzen". Zurückblickend weiß ich, daß ich mitunter vielleicht ein wenig vorsichtiger sein sollte mit dem Wünschen. Denn als Raoul sich mir schließlich zuwandte und sich mir - mit der Unbekümmertheit und Experimentierfreudigkeit seiner 22 Jahre - auf eindeutige Weise näherte, holte mich mein eigenes Alter in einer einzigen Nacht mit Raoul unsanft auf den Boden der Realität zurück.
Es war die wildeste und verrückteste Nacht meines Lebens.
Und noch heute erröte ich beim Gedanken an all die Dinge, zu denen ich mich im Laufe dieser Nacht von Raoul überreden ließ.
Dennoch bereue ich nichts an dieser intimen Begegnung, denn sie hat uns Beiden deutlich gezeigt, wo wir stehen.
Dass es - unabhängig von Alter, Lebensbedingungen und Neigungen - nicht sexuelles Verlangen ist, das uns miteinander verbindet, sondern daß eine tiefere, innere Übereinstimmung unsere Freude am Zusammensein prägt.
Unserer Freundschaft hat die Leidenschaft dieser einen Nacht glücklicher Weise nicht geschadet sondern sie, im Gegenteil, weiter vertieft.
So sitzen wir an diesem Morgen - mit einem köstlichen Havanna vor uns - an einem Tisch im hinteren Teil der Bar, während Raoul mir von seinem letzten Auftritt und einer neuen Liebschaft erzählt. Wir stecken die Köpfe zusammen wie zwei Verschwörer, lachen und freuen uns aneinander, während draußen bereits die Vögel zwitschern.
Wer - wie wir - Lust bekommen hat, auch einen Havanna zu trinken, für den gibt es an dieser Stelle selbstverständlich das Rezept.
Zum Wohl!
Havanna
herb schmeckender Cocktail
havanna
Zutaten
4cl Rum (weiss)
1cl Zitronensaft
4cl Ananassaft
Anleitung
Die Zutaten und ein wenig Eis im Shaker gut mischen und in ein Longdrinkglas geben.
Mehr interessantes auch hier florian und beim Flirtexperte
5:00 Uhr morgens. Ich bin mit meiner Abrechnung fertig, habe die letzten Gläser gespült, die Aschenbecher geleert, die Tische abgewischt und die Stühle hochgestellt.
Gerade, als ich meine Jacke anziehen will, um nach einer langen Nacht endlich heim zu gehen, klopft es ans Fenster.
Raoul steht draußen und presst seine Nase ans Glas, während er dabei komische Grimassen schneidet.
Seufzend verabschiede ich mich von dem Gedanken an ein heißes Bad und einem baldigen Sinken in heimische Federn.
Wenn Raoul auftaucht, ist der weitere Verlauf des Morgens mehr als ungewiß. Trotzdem käme es mir nie in den Sinn, ihn nach Hause zu schicken. Dafür liebe ich seine unregelmäßigen Besuche viel zu sehr.
Raoul ist 25, ein ungestümer und blendend aussehender, junger Mann. Jedenfalls wenn man langhaarige, braunlockige, sensible und verrückte Saxophonisten mit dem Gesicht des Verkündigungsengels von Tizian mag. So wie ich.
Raoul schlüpft durch die Tür und drückt mich liebevoll an sich, bevor er seinen Lederkoffer behutsam in eine Ecke stellt.
In dem Koffer ruht sich Raouls wahre Geliebte - sein Sophransaxophon - gerade ein wenig vom ausgedehntem Liebesspiel aus.
Die meisten seiner Freunde nennen Raoul nur Birdy, in Anspielung auf sein großes Vorbild, Charlie Parker, dessen liebevoller Zweitname Bird oder "Yardbird" war. Raoul erzählt mir gern von seinem Vorbild und gerät dabei ins Schwärmen: "Keiner, ich sag`s Dir, k-e-i-n-e-r, Lulu, ist je auf dem Saxophon in so schwindelerregende Sphären geflogen wie Charlie Parker!" Ich liebe es, Raoul zuzuhören, wenn er ins Schwärmen gerät.
Trotzdem finde ich seinen Spitznamen etwas albern und kann mich nicht dazu durchringen, ihn ebenfalls Birdy zu nennen. Für mich war und bleibt er immer Raoul.
Es hat eine Zeit gegeben, in der ich wünschte, Raoul würde bei der Nennung meines Namens in solche Schwärmerei verfallen - aber leider ist sein Saxophon eine eifersüchtige Geliebte, die Niemanden neben sich dulden kann.
Damals war ich sehr verliebt in Raoul und wollte ihn um jeden Preis "besitzen". Zurückblickend weiß ich, daß ich mitunter vielleicht ein wenig vorsichtiger sein sollte mit dem Wünschen. Denn als Raoul sich mir schließlich zuwandte und sich mir - mit der Unbekümmertheit und Experimentierfreudigkeit seiner 22 Jahre - auf eindeutige Weise näherte, holte mich mein eigenes Alter in einer einzigen Nacht mit Raoul unsanft auf den Boden der Realität zurück.
Es war die wildeste und verrückteste Nacht meines Lebens.
Und noch heute erröte ich beim Gedanken an all die Dinge, zu denen ich mich im Laufe dieser Nacht von Raoul überreden ließ.
Dennoch bereue ich nichts an dieser intimen Begegnung, denn sie hat uns Beiden deutlich gezeigt, wo wir stehen.
Dass es - unabhängig von Alter, Lebensbedingungen und Neigungen - nicht sexuelles Verlangen ist, das uns miteinander verbindet, sondern daß eine tiefere, innere Übereinstimmung unsere Freude am Zusammensein prägt.
Unserer Freundschaft hat die Leidenschaft dieser einen Nacht glücklicher Weise nicht geschadet sondern sie, im Gegenteil, weiter vertieft.
So sitzen wir an diesem Morgen - mit einem köstlichen Havanna vor uns - an einem Tisch im hinteren Teil der Bar, während Raoul mir von seinem letzten Auftritt und einer neuen Liebschaft erzählt. Wir stecken die Köpfe zusammen wie zwei Verschwörer, lachen und freuen uns aneinander, während draußen bereits die Vögel zwitschern.
Wer - wie wir - Lust bekommen hat, auch einen Havanna zu trinken, für den gibt es an dieser Stelle selbstverständlich das Rezept.
Zum Wohl!
Havanna
herb schmeckender Cocktail
havanna
Zutaten
4cl Rum (weiss)
1cl Zitronensaft
4cl Ananassaft
Anleitung
Die Zutaten und ein wenig Eis im Shaker gut mischen und in ein Longdrinkglas geben.
Mehr interessantes auch hier florian und beim Flirtexperte
blogbart - 24. Dez, 01:49