DIE PAUSENSCHLEIFE

In einem Buch von Laurie Notaro, der Autorin von IDIOTGIRLS, fand ich folgendes Zwölf-Stufen-Programm, das - wie ich Ihnen, liebe Leser, aus langer Erfahrung als Barfrau versichern kann - die chronologische Abfolge vom ersten Drink bis zum Endziel "stinkbesoffen" recht anschaulich und detailliert schildert und das ich Ihnen keinesfalls vorenthalten möchte:


1. Stufe: der Drink ruft
Er bettelt dich an, und du reagierst einfach. Es klingt wie eine gute Idee, es fühlt sich richtig an, aber du beschließt, nicht zu weit zu gehen.

2. Sufe: Finanzlage
Wenn die Ersparnisse gering sind und du nicht ein komplettes Monatsgehalt durchbringen willst, musst du dich entscheiden, ob du das Arme-Leute-saufen wählst (d.h. auf völlig nüchternen Magen trinken), oder ob du irgendeine Chance siehst, andere Leute für dich bezahlen zu lassen.

3. Stufe: der passende Saufkumpan
Die richtige Begleitung zu finden, ist manchmal etwas schwierig, aber eine gute Wahl ist unbezahlbar. Du musst darauf achten, dass du keinen Anfänger aussuchst, weil du dich sonst am Ende unvermeidlich um ihn kümmern und irgendwelche Körperflüssigkeiten aufwischen musst. Andererseits darfst du auch niemanden wählen, der trinkfest genug ist und dir Hot Dogs in die Hose steckt oder deine Augen mit Zahnpasta zementiert, wenn du das Bewusstsein verloren hast.

4. Stufe: das Klirren der Eiswürfel, das Krachen der Öse
Der erste Schluck, der wundervoll und viel versprechend ist, das erste Lecken der Lippen, gleich einer Taufe der Trunkenheit, die geduldig vor einem liegt. Der Trinker fängt an, sich wohl zu fühlen, er wirft die nüchterne Haut ab wie Schuppen, die mit jedem Drink grösser werden.
(Die nächsten acht Stufen können schnell aufeinander folgen oder sogar simultan geschehen.)

5. Stufe: traurige Erinnerungen
"Es ist mir egal, dass ich ihn nackt auf der Couch mit einem anderen Mädchen gesehen habe, ich weiss, dass er mich wirklich geliebt hat. Warum hat er mich verlassen? Warum? Kann mir irgendjemand sagen, warum?"
Dies ist die sinnloseste der zwölf Stufen. Meistens dreht sich das Gespräch um Beziehungen und kann schließlich zu sehr unklugen Anrufen führen, was letztlich dazu führt, dass du jeden anrufst, mit dem du mal was hattest, weil du felsenfest davon überzeugt bist, jetzt deine Gefühle zeigen zu müssen.

6. Stufe: der Wunsch, sich auszuziehen und dass Fremde doch bitte dasselbe tun mögen
Der Auszieh-Wunsch kommt meist nach den Anrufen, wenn man sich wieder eine Abfuhr geholt hat.

7. Stufe: Mathematik
Du fängst an, dir auszurechnen, wie viele Stunden dir noch bleiben, bis du wieder voll funktionsfähig sein musst.
"Ich kann 15 Minuten länger schlafen, wenn ich die Dusche weglasse. Ich werde die gleichen Klamotten tragen wie jetzt. Auf diese Weise muss ich keine Zeit damit verschwenden, nach sauberer Wäsche zu suchen."

8. Stufe: die "Kurz-vor-Zapfenstreich-Bestandsaufnahme"
Eine schnelle Abschätzung der Lage bringt dich zu dem Schluss, dass du, egal wie viel Alkohol du schon konsumiert hast, unbedingt noch mehr haben musst, weil es noch nicht reicht.
Und zwar SOFORT, weil dies die wichtigste Mission deines Lebens ist.

9. Stufe: Lass uns mal was essen
Ein kleiner Abstecher zu einem Drive-Inn, weil du viel zu betrunken bist, um in einem Restaurant zu sitzen.
Auto fahren kannst du natürlich noch. Du kaufst Fastfood in grösseren Mengen, die du aller Wahrscheinlichkeit nach noch vor Sonnenaufgang in leicht veränderter Form wieder von dir geben wirst. In diesem Stadium wirst du Sachen essen, die du normalerweise nicht einmal deinem Hund zu fressen gibst, wie zum Beispiel Mikrowellen-Burger oder drei Tacos zum Preis von einem.

10. Stufe: Ich fühle mich gut in meiner Haut
Du bist geistreich. Du fängst an, dich hübsch, sexy und schlank zu fühlen. Jetzt willst du wirklich nackt sein, und du findest, so ziemlich jeder Mensch sieht gut aus. Du denkst nicht lange darüber nach, ob du einem Wildfremden deine Zunge in den Hals schiebst, selbst wenn hundert Leute zusehen.
Es kann dir auch passieren, dass du den Wunsch verspürst, bestimmten Personen zu erzählen, dass du sie liebst, und dies ist ein absolut sicheres Zeichen dafür, dass du lieber nach Hause gehen solltest.

11. Stufe: Unsichtbarkeit
Du glaubst, dass du unsichtbar bist und du Dinge tun kannst, für die es später keine Zeugen geben wird, beispielsweise in die Büsche pinkeln oder in den Rinnstein kotzen. In diesem Zustand wirst du dich nicht mehr daran erinnern können, was du zuletzt gesagt hast, oder du wirst beschließen, dass die Straße ein wundervoller Ort ist, um sich kurz hinzulegen.

12. Stufe: die Pausenschleife im Hirn
Du bist zu keiner Kommunikation mehr imstande. Vielleicht kannst du gerade noch mit dem Kopf schütteln. Die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, hat sich in Luft aufgelöst.
Das Gleiche gilt für dein gesamtes Geld, die Funktionsfähigkeit deiner Gliedmaßen, und, Gott sei`s gedankt, dein Bewusstsein.

In diesem Sinne: Prost!

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