Montag, 24. Dezember 2007

Jippy startet Europakampagne für Sicheren Sex

Zwijndrecht, Niederlande, November 27 (ots/PRNewswire) -

- Günstige Kondome ab sofort überall in Europa erhältlich

Die niederländische Stiftung Jippy hat in Europa eine Kampagne gestartet, die sich für Sicheren Sex einsetzt. Ab sofort sind die kostengünstigen Jippy-Kondome überall in Europa für zehn Cents pro Stück erhältlich. Der Stiftung zufolge werden die Kondompreise in Europa von den wichtigsten Herstellern künstlich hoch gehalten, obwohl die Produktionskosten sehr niedrig sind. Durch das Angebot eigener günstiger Kondome überall in Europa sorgt Jippy dafür, dass sicherer Sex auch für Jugendliche erschwinglich ist.

Untersuchungen zeigen, dass die Zahl der AIDS-Erkrankungen und Geschlechtskrankheiten in Europa immer noch zunimmt, eine Tatsache, die der Europäischen Kommission Anlass zur Sorge gibt. 10 Prozent der 25.000 Menschen, die jedes Jahr in Mittel- und Westeuropa mit dem HIV-Virus infiziert werden, sind zwischen 15 und 24 Jahre alt; 35 Prozent von ihnen sind Frauen. Des Weiteren sinkt das Alter, in dem Jugendliche anfangen, regelmässig Geschlechtsverkehr zu haben, anderen Berichten zufolge sehr schnell. In vielen Ländern Westeuropas nimmt seit den 90er Jahren die Zahl der mit Clamydien infizierten Personen zu, so etwa in Dänemark, Irland, Schweden und Grossbritannien. Obwohl die Herstellungskosten eines Kondom unter zehn Eurocents liegen, manchmal sogar unter zwei Eurocents, zahlen Verbraucher Preise zwischen 30 Eurocents und im Einzelhandel bis zu 1,20 Euro.

Zielgruppe der von Politikern und Ärzten unterstützten Jippy-Kampagne sind Jugendliche zwischen 12 und 23 Jahren. In den Niederlanden werden Jippy-Kondome in Jugendzentren, Schulen, Supermärkten, Apotheken und über eigens dafür entworfene Jippy-Automaten verkauft.

Speziell für den europäischen Markt hat Jippy eine eigene Website konzipiert, die auf Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch und Türkisch zu Verfügung steht und über die die kostengünstigen Kondome bestellt werden können. Sie werden anschliessend per Sonderpost überall nach Europa verschickt.

Jippy wurde von Menschen gegründet, die mit Jugendlichen und jungen Müttern arbeiten und die selbst erlebt haben, dass zu teure Kondome zu unsicherem Sex, AIDS oder Geschlechtskrankheiten führen können. Dadurch, dass Jippy seine eigenen EU-zertifizierten Kondome herstellt und vertreibt, beweist die Stiftung, dass die Preise in Europa und weltweit stark gesenkt werden könnten.

Weitergehende Informationen: http://www.jippy.eu

iele Menschen pflegen Sex bis ins hohe Alter

Der Mehrheit der Menschen ist Sex auch im Alter wichtig. Das berichtet die "Apotheken Umschau" unter Berufung auf Forscher der Universität von Chicago. Diese hatten 3000 Personen im Alter zwischen 57 und 85 Jahren befragt. 75 Prozent beantworteten die Fragen zu ihrem Sexleben. Unter ihnen gaben 73 Prozent der 57- bis 64-Jährigen an, ein aktives Liebesleben zu pflegen. In der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen lag der Anteil der sexuell Aktiven bei 53 Prozent, im Alter von 75 bis 85 Jahren waren es noch 26 Prozent. Fehlende Partner und gesundheitliche Probleme schränken das Liebesleben ein.

Sport ist Mord?

Zum zehnten Mal Sport-Sympathiebarometer Ost Dietzsch, Ackermann, Fußballerinnen und Trainerin Neid von ND-Lesern zu Sportlern des Jahres 2007 gewählt

Berlin (ots) - Franka Dietzsch, Ronny Ackermann, die Frauen-Fußballnationalmannschaft sowie deren Trainerin Silvia Neid kamen für 2007 bei der traditionellen Sportlerwahl von "Neues Deutschland" auf die ersten Plätze.

In der vierwöchigen Aktion der Zeitung hatten Leserinnen und Leser über 7000 Tipps abgegeben. Da Neues Deutschland in den neuen Bundesländern die mit Abstand meist verkaufte überregionale Abonnementzeitung ist, gilt diese alljährliche Wahl als Sport-Sympathiebarometer Ost.

Der Sonderpreis, der diesmal für das "Nachwuchs-Ass bis 16 Jahre" ausgelobt war, ging an die zehnjährige Leipziger Tischtennisspielerin Tho Dothi von den Leutzscher Füchsen.

Alle Ausgezeichneten erhalten den ND-Sportpreis, eine kleine Bronzestatue mit dem Motto "Dem Sieger wachsen Flügel".

In unserer Montagausgabe (24.12.07) berichten wir mit zwei Sonderseiten über die ND-Sportlerwahl 2007.

üttgers will die "Helmut-Schmidt-Wähler" für die CDU gewinnen

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) rechnet nach der nächsten Wahl fest mit einer "bürgerlichen Mehrheit" im Bundestag. Grund dafür sei auch ein Linksruck von SPD und Grünen. "Die Menschen in Deutschland rücken aber nicht mit", sagte Rüttgers der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post (Weihnachtsausgabe). "Die CDU ist gut beraten, dafür zu sorgen, eine wirtschaftlich vernünftige Politik zu machen. Aber sie muss auch die Helmut-Schmidt-Wähler ansprechen. Menschen, die Hilfe brauchen, darf die Politik nicht zurücklassen. Wir achten bei wirtschaftlichem Wachstum immer gleichzeitig auf soziale Gerechtigkeit." Die CDU nehme die Abstiegsängste ernst und wecke Aufstiegshoffnung, sagte Rüttgers, der zugleich stellvertrender CDU-Vorsitzender ist.

Trink Gewohnheiten

TRINKGEWOHNHEITEN

...Im Augenblick ist nicht nur das Wetter sehr unbeständig - die Barfrau Ihres Vertrauens ist es auch...

Privat tut sich bei mir momentan so viel - wovon ich (fest versprochen!) gern ein anderes Mal berichte - dass ich kaum zum Schreiben komme.

Aber da ich Sie, werte Gäste, nicht allzu lange ohne neuen Beitrag lassen will, greife ich - aller guten Dinge sind drei! - noch einmal auf einen Stöckchenklau zurück:


UND wie sehen Lulu`s Trinkgewohnheiten denn nun genau aus?


1.) Morgens?
Ausschliesslich Milchkaffee mit (sehr viel) Süßstoff.

2.) Mittags?
Wieder Kaffee (nennen Sie mich ruhig einen Kaffee-Junkie), aber auch Mineralwasser (mit viel Kohlensäure).

3.) Abends?
Äh...Kaffee?? - Kaffee!!! Aber auch Mineralwasser, manchmal einen Rotwein und im Winter Glühwein (Lulu`s Spezialrezept, das ich Ihnen irgendwann gern einmal verraten werde).

4.) Sport?
Mineralwasser vorher und hinterher mindestens 2 grosse Apfelschorlen oder auch drei!

5.) Bester Longdrink?
Zum Beispiel einen Cuba libre mit schönen, frischen Limetten.

6.) Bestes Bier?
Fehlanzeige! Die Barfrau mag überhaupt kein Bier!

7.) Bester Wodka?
Trinkt eine Barfrau Wodka? Legen Hühner Eier? Lulu trinkt am liebsten einen polnischen Debowa Wodka Premium

8.) Cocktailtime?
Pina Colada oder einen leckeren Hemingway`s.

9.) Bestes Wässerchen?
Gerolsteiner.

10.) Essen gehen?
Die Barfrau hat ja leider selten Zeit, essen zu gehen, aber wenn sie es tut, trinkt sie meist Rotwein. Und anschließend - raten Sie! - natürlich Milchkaffee!!

11.) Mäcces?
Ich muss doch bitten - in solche äh...*räusper*...Junkfood-Hütten verirrt sich Ihre Frau Lulu selbstverständlich nicht!

12.) Sterbebett?
Das käme sehr auf die Todesart an. Vielleicht Bloody Mary bei einem...halt, nein, das ist zu geschmacklos!...Da geht doch der Sarkasmus wieder mit mir durch...*lach*
Also nochmal: Einen Imagin la Fée, damit ich möglichst entspannt ins Jenseits wechsle!

13.) Rot oder Weiß?
Ausschließlich rot! Im Augenblick am liebsten das exquisite Geschenk eines Freundes: De Trafford Merlot 2000

VORSICHT, NACHBARN! PART III

Ein sonniger Donnerstagvormittag, wie er strahlender und schöner nicht sein könnte.
Während ich mich mit einem grossen Milchkaffee und der ersten Zigarette an das kleine Mosaiktischchen auf meiner Terrasse setze und Ronja Räubertochter, die Katze, auf ihrer routinemässigen Inspektion den Garten nach Mäusen durchkämmt, ist mir ein wenig wehmütig ums Herz.
Mein Lieblingsrosenbusch zu meiner Linken reckt mir stolz seine handtellergrossen, lachsfarbenen Blüten entgegen und gibt sich alle Mühe, mich mit seinem starken Duft zu betören. So viele Knospen wie in diesem Jahr hat er während der vergangenen 6 Jahre nie getragen - fast so, als wäre diese üppige Pracht sein Abschiedsgeschenk an mich.
Mein Lieblingsstück im Radio, das ich versonnen mitsumme, während meine kleine Freundin, die Blaumeise, auf das Windspiel in der Efeuhecke fliegt. Die silbernen Stäbe klingeln melodisch, als sie auf der oberen Holzscheibe landet.
Meine gefiederte Freundin legt den Kopf schief und betrachtet mich eindringlich mit ihren glänzenden, schwarzen Knopfäuglein. Sie weiss sehr genau, dass sie für den bezaubernden Trick, ihre Frühstückswünsche auf diese Art bei mir anzumelden, ein paar leckere Pinienkerne einheimsen wird.

Ich geniesse diesen ruhevollen Morgen, bis sich mit einem jähen Ruck die Balkontür über mir öffnet und die Schlange sich geräuschvoll über die Balkonkästen beugt, um die Idylle zu zerstören und den Frieden mit ihrer Anwesenheit zu vergiften.
"Machen Sie sofort das Radio leiser!", brüllt die Schlange, "sonst rufe ich den Vermieter an!"
Ich sehe auf die Uhr und gehe im Geiste die Ruhezeiten in der Hausordnung durch. Fehlanzeige.
Der Giftzwerg auf dem Balkon zittert bereits vor freudiger Erregung bei der Aussicht auf ein bevorstehendes Scharmützel und scheint gerade heute morgen akut herzinfarktgefährdet.

Hätte ich nicht schon gekündigt, würde ich mir die Gelegenheit wohl kaum entgehen lassen, ihm höchstpersönlich über den Jordan zu helfen, aber so fehlt mir ein wenig der Antrieb...
"Tun Sie das!", sage ich daher lapidar, "und am besten rufen Sie auch gleich noch den Bundesgrenzschutz und die Feuerwehr an!"
"Sie Dreckstück, halten Sie bloss die Schnauze!", schreit der Zwerg und bevor ich ihm sagen kann, dass jede neuerliche Beleidigung meiner Person eine weitere Anzeige nach sich ziehen wird, verschwindet der Irre türenknallend vom Balkon.
Diese Schlacht habe ich offenbar gewonnen - den Krieg in unserem Haus leider nicht.

Für Episoden wie die gerade beschriebene gibt es - neben der Tatsache, dass dieser Mann ein gescheiterter, neidzerfressener Architekt und Paranoiker ist, der der ganzen Welt die Schuld an seinem Versagen und dem Umstand gibt, dass er von seinem Balkon aus ständig in die Gärten der Erfolgreichen ringsum schauen muss - einen ebenso einfachen wie absurden Grund:
Lange vor meiner Zeit hat die Schlange gegenüber unserem Vermieter den Wunsch bekundet, meine jetzige Wohnung für einen seiner (nicht minder bekloppten) Söhne mieten zu wollen.
Der Vermieter, Herr S., brauchte damals nicht einmal fünf Sekunden, um Herrn Trimborns Ansinnen abschlägig zu bescheiden. Zwar nicht klug, aber zumindest vorsichtig geworden durch die vielen Nachbarschaftsstreite und Scharmützel, die Trimborns bis dahin mit ihm und Anderen anzettelt hatten, lautete seine Antwort laut eigener Aussage: "Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber einen weiteren Trimborn will ich nicht im Hause haben!" So weit - so gut!

Niemand - und am wenigsten ich - hätte vermutet, dass die Schmach eines einfachen "Nein" noch jahrelang in dem Verrückten kochen und brodeln würde. Und dass er sich seitdem der Aufgabe widmet, Jeden aus der Wohnung zu ekeln, die der Vermieter seinem Sprössling vor so vielen Jahren versagte.
Man denke nur an das türkische Pärchen vor mir, das sein Heil in einer kopflosen Flucht suchte und mir seine gesamte Wohnungseinrichtung (nebst Mikrowelle, einer tollen Stereoanlage und einer kompletten Schlafzimmereinrichtung) hinterliess, um nur möglichst schnell und problemlos weggehen zu können.

Besagter Sohn, der - möglicher Weise seither obdachlos geblieben - inzwischen zum Dauergast seiner Eltern avancierte und mehr Zeit auf dem Balkon über mir verbringt als irgendwo sonst, hat sich anscheinend - da fällt der Apfel wohl nicht weit vom Stamm - dem gleichen Ziel verschrieben:
Alle Wochen wieder sitzt er dort grimmig und stumm wie ein Fleisch gewordenes Mahnmal. Und da das Leben seiner Eltern wenig an Abwechslung zeitigt, belauscht er gern stundenlang die Unterhaltungen, die ich mit Freunden persönlich oder am Telefon führe.
Oder - wenn sich die Gelegenheit bietet - belauert er meinen Geschlechtsverkehr im Schlafzimmer, der - wie man sich sicher denken kann - ob dieses Spanners über mir inzwischen seltener geworden ist.
Als Kettenraucher darf er seinem Hobby in der Wohnung seiner Eltern nicht so exzessiv frönen, wie es seine Sucht verlangt. Das tut er - sicher haben Sie es schon erraten - auf dem Balkon über mir und meinen Schlafzimmerfenstern. Und zwar die ganze Nacht hindurch und auch am frühen Morgen. Ich weiss nicht, ob er sich zwischen seinen Raucherpausen auf dem Balkon in einen Schlafsack rollt - das Heraufziehen und Herablassen der Rolladen zum Zwecke des ungehinderten, (unter lautem Tischgerücke) zelebrierten Genusses spricht eigentlich dagegen - aber ICH schlafe inzwischen keine Nacht mehr als vier Stunden...

Bedarf es weiterer Worte? Muss ich die jüngste, absichtliche Rempelei am Mülleimer erwähnen, bei der die Schlange mir "unabsichtlich" einen Stoss vor die Brust versetzte?
Oder soll ich über die unzähligen Anzeigen sprechen, die ich zu jedem neuen Vorfall beim Polizeirevier des Ortes erstatte und die jedes Mal wegen Geringfügigkeit eingestellt werden?
Habe ich erwähnt, dass mein Vermieter inzwischen an Hautkrebs erkrankt ist und meine Kündigung mit den Worten entgegennahm: "Nehmen Sie es mir nicht krumm, Frau R., aber mir ist das ALLES scheissegal, ich habe wirklich andere Sorgen!"

VOM SCHMERZLICHEN VERLUST EINER MUSE

Als wäre ich mit meiner eigenen Lebenssituation nicht schon völlig ausgelastet, durchleben offenbar auch einige Gäste der BlogBAR gerade mehr oder minder tiefe Krisen.
Sie sitzen am Tresen mit dem verständlichen Wunsch nach Zuspruch und Tröstung durch die Barfrau ihres Vertrauens - eine Aufgabe die mir im Augenblick zunehmend schwerer fällt.
Ich habe den Kopf so voll mit eigenen Dingen, dass ich oft nur halbherzig oder verspätet reagiere.
Allerdings sind Menschen wie beispielsweise Heinrich A. Scheffer so in ihr Elend vertieft, dass sie mein mangelndes Mitgefühl ohnehin nicht bemerken. Ich neige - Gott sei`s geklagt - in letzter Zeit mehr und mehr zu einer zynischen Weltsicht, die hoffentlich ein Ende findet, wenn ich erst einmal in mein neues Domizil gezogen bin...

Heinrich Anton Scheffer, seines Zeichens künstlernder Gatte von Hilde Gonsek, ertränkt sein Elend seit einigen Tagen in Hektolitern meines leckeren Pink Elefant.
Noch ist es nicht offiziell - doch wie der Künstler die Barfrau Lulu unter dem Siegel der Verschwiegenheit wissen liess - ist er seiner Muse verlustig gegangen.
Durchgebrannt ist sie ihm mit "einem Gigolo von Galeristen", der ausserdem wohl 20 Jahre jünger und wohl auch wesentlich attraktiver als unser Herr Scheffer in seinen mittleren Jahren ist.

Der "Beys für Arme", wie die etablierte Kunstwelt H. A. Scheffer gerne nennt, kann Hilde und die Welt nicht mehr begreifen: Jahrelang ruhte und rastete seine Muse nicht - und scheute weder Mittel noch Wege - um seine schöpferischen Produkte unters Volk zu bringen.
Und da sie dabei die Meinung vertrat, dass der Zweck die Mittel heiligt, berichteten die Klatschspalten aller Regionalzeitungen ständig darüber, zu welchen skandalträchtigen Ausfällen sie sich im Rahmen ihres Engagements immer wieder hinreißen ließ.
Was Hildes Engagement angeht, scheint sie dieser Rolle inzwischen überdrüssig.
Und was unseren "Beuys für Arme" betrifft, scheint er ohne seine Muse zu keiner grossen Tat mehr fähig.

Während er an meiner Theke sitzt und sich hemmungslos dem Alkohol wie dem Selbstmitleid ergibt, scheint es ihm vorerst zu genügen, sich volllaufen zu lassen und darüber zu zu jammern, dass sein Talent sich ebenso wie sein Hilde mit unbekanntem Ziel verflüchtigt hat.
Geblieben ist ihm nur - nach eigenem Bekunden - "die traurige Erinnerung an herrliche Zeiten mit diesem exaltierten Vollblutweib, das...*******"
(Ich vertrete die Ansicht, dass ich Ihnen, verehrte Leser, die teils deftigen, teils groben Schilderungen von Hildes Anatomie und ihrem ausgefallenen Geschlechtsleben - nach sage und schreibe neun Pink Elefant, die H.A. Scheffer an diesem Abend zu sich genommen hat - lieber unterschlagen möchte.)

"Meine Faaaben sinn vertrocknet, mein schöp...hicks!...schöperisches Pootenssiaal iss daa-hin!", lallt der Künstler, bevor ich ihm um vier Uhr in der Frühe ein Taxi für die Heimfahrt zwangsverordne.
"Lulu, kannsuu Dir vorstellen, dassisch ein Nichsbin ohnemeine Hille?"
Dochdoch, das kann ich - ohne grössere Probleme!
Aber was bleibt mir anderes übrig, als H. A. Scheffer zu wünschen, dass entweder Hilde zurückkehrt oder seine Kraft, sein Leben ohne sie zu meistern?

Trinken wir darauf, dass der "Beuys für Arme" sein Selbstmitleid begräbt, seinen Alkoholkonsum auf ein Normalmaß zurückschraubt und sich wieder um das kümmert, was sein Leben einst ausmachte - nämlich seine Kunst!

ALTER SCHÜTZT VOR MISSGUNST NICHT

Es ist ja nicht so, als hätte ich in meinem Leben Derartiges noch nicht erlebt...
Und die "Natur des Menschen" - allgemein oder auch schlechterdings - ist mir (gerade als Barfrau) ja ausserdem nicht völlig fremd...

Trotzdem passiert es mir hin und wieder doch noch, dass ich verblüfft, befremdet oder zuweilen erschüttert bin, wenn ich mich gezwungen sehe, in fremde Abgründe zu schauen:
Frau Biersack, die 88Jährige aus dem zweiten Stock, stellt mich an der Tür. Eigentlich möchte ich nur meine Post aus dem Briefkasten nehmen, doch sie versperrt mir den Weg.
"Lulu, Sie sind ja nur noch ein Strich in der Landschaft!", stellt sie kopfschüttelnd fest.

Was erwidert man auf eine solche Eröffnung am frühen Morgen, auf nüchternem Magen und noch nicht ganz wach?
Mal ganz abgesehen davon, dass Frau Biersack diejenige war, die mich noch vor einem Jahr ständig - obwohl ich ihr gegenüber nie ein Wort zu diesem Thema verloren habe - ungebeten mit Diätbüchern und Anleitungen der Marke: "Wie werde ich mein Übergewicht los" oder "Traumgewicht - Gesundes Abspecken" versorgte.
Was die Taktlosigkeiten der Alten betrifft, scheint sich jedenfalls nichts verändert zu haben.

Um diese Uhrzeit bin ich um coole, geistreiche oder gemeine Bemerkungen noch etwas verlegen. Also stottere ich etwas hilflos und fassungslos herum: "Ich...äh..."
"Meine Haushaltshilfe hat auch schon festgestellt, wie dünn Sie geworden sind! Jetzt mal ganz unter uns: Haben Sie vielleicht Diätpillen genommen?"
Ist es zu fassen, wie unverschämt und dreist Manche ihre vorwitzige Nase in fremder Leute Angelegenheiten stecken und womöglich mit ihren Putzhilfen darüber tratschen, WIE zum Henker ich es geschafft habe, jetzt so gesund, so schlank (und vor allem attraktiv - pfui Teufel!) auszusehen?
Noch zögerlich, aber allmählich klarer, formen sich in meinen Gedanken erste, scharfe Erwiderungen. Doch bevor es mir gelingt, der neugierigen Vettel auch nur eine lässig um die Ohren zu hauen, attackiert sie mich schon mit den nächsten Fragen.

"Wieviel Kilo haben Sie jetzt abgenommen?"
"Acht-und-zwanzig Kilo, Frau Biersack!", sage ich und bemühe mich, Gereiztheit in diese Antwort zu legen. Allerdings weiss ich aus Erfahrung, dass Winke mit dem Zaunpfahl bei ihr vergebliche Liebesmüh` sind.
"Und dafür haben Sie jetzt wie lange gebraucht - ein Jahr?", bohrt sie weiter.
Dabei kneift sie ein Auge zu und fixiert mich missbilligend - so, als hätte ich nicht abgenommen, sondern einen Raubüberfall verübt.
Im Stillen frage ich mich die ganze Zeit, was zum Teufel dieses Kreuzverhör soll. Und wieso - um alles in der Welt - ich mich hier im Flur rechtfertigen muss für etwas, worauf ich eigentlich stolz sein sollte.
"Nein, Frau Biersack, ich habe nur etwas über ein halbes Jahr gebraucht, und bevor Sie noch einmal fragen: Nein, ich habe dabei KEINE Diätpillen benutzt, weil ich so etwas für äusserst ungesund halte! Ich war einfach ein halbes Jahr lang sehr, sehr diszipliniert, habe mich kalorienarm ernährt und bin sehr, sehr viel an der frischen Luft spazieren gegangen!
"Wieviel haben Sie vorher gewogen, sagten Sie noch?"
(Nicht, dass ich überhaupt etwas zu ihr gesagt hätte)
"Achtundachtzig Kilo, Frau Biersack, aber ich weiss wirklich nicht..."

Die Alte zieht scharf die Luft ein. "Achtundachtzig Kilo, du liebe Güte, ist es denn zu fassen?! Und wieviel wiegen Sie jetzt?"
"Sech-zig Kilo, Frau Biersack, aber wenn Sie mich jetzt bitte"...
"Meine Freundin war früher auch sehr schlank", unterbricht sie mich und redet einfach weiter, als hätte ich nichts gesagt.
"Männer haben sich ihretwegen sogar geschlagen! Wenn ich ehrlich bin, habe ich sie um ihre schönen Beine und ihre tolle Figur ja immer sehr beneidet...Aber inzwischen - naja, was soll ich sagen...Sie ist ganz schön in die Breite gegangen, die Arme! Nach den Wechseljahren, wissen Sie"...
Ein hässliches Lächeln huscht über ihr Gesicht, während es mir vorkommt, als betrachte sie in Gedanken ihre nunmehr fette Freundin und wäre dabei sehr zufrieden.
"Frau Biersack, es tut mir leid, aber ich muss unseren netten Plausch leider jetzt beenden! Ich habe Wasser auf dem Herd und das ist inzwischen sicher schon verkocht!", lüge ich schnell und fliehe, ohne nach der Post gesehen zu haben.
Ich denke, wenn man eine Freundin wie Frau Biersack hat, braucht man mit Sicherheit keine zusätzlichen Feinde!

Lassen Sie uns darauf trinken, dass es in meinem Umfeld Gottseidank genug Menschen gibt, die mir meinen Erfolg gönnen und sich mit mir darüber freuen, wie gut es mir inzwischen als Schlanke geht!

EIN HEIMTÜCKISCHER VIRUS

Leider hat die Barfrau Ihres Vertrauens momentan nichts Anderes zu vermelden, als dass sie krank ist und - hustender, sich schnäuzender und leidender Weise - für einige Tage das Bett hüten muss.

Sobald ich wieder auf dem Damm bin, gibt es eine neue Geschichte - grosses Barfrauen-Ehrenwort!!

Vielleicht versüssen Sie sich bis dahin die Wartezeit mit einem Bellini?

LULU PROUDLY PRESENTS!

LULU PROUDLY PRESENTS!

Ich kann es nicht anders sagen: Die Barfrau Ihres Vertrauens platzt beinahe vor Selbstbewusstsein und Stolz...

Aber es ist auch wirklich ein tolles Geschenk, das ich mir zum Jahreswechsel (und zu meinem einundfünfzigsten Geburtstag) selbst gemacht habe:
Seit Ende Juli 2006 habe ich sage und schreibe 27 kg abgenommen und mich von - ich will es nicht länger verheimlichen - 88 kg auf 61 kg (bei einer Grösse von 172 cm) herunter gehungert!

Jetzt passe ich wieder in Grösse 36, bin endlich (fast wieder) so dünn wie als junge Frau - wobei mich nur noch 1 Kilo von meinem damaligen Gewicht trennt - und bekomme in einer Woche mehr Komplimente als in den vergangenen zwei Jahren!

Ob es sich nun um Gäste, Bekannte, die mich länger nicht gesehen haben, oder meine Freundinnen handelt - Alle sind sich in diesem Punkt völlig einig: Die Barfrau Lulu ist kaum noch wieder zu erkennen und sieht (nach einhelliger Meinung) einfach "umwerfend" aus...

Es macht mir wieder Spass, Hosen und T-Shirts für mich zu kaufen - was ich mit grossen Eifer tue, denn EINIGES in meinem Kleiderschrank muss durch eine wesentlich kleinere Grösse ersetzt werden - und ich möchte meinen Erfolg auch mit Ihnen, liebe Gäste der BlogBAR, feiern.

Stossen Sie mit mir darauf an, dass ich auch weiterhin motiviert und vor Allem diszipliniert genug bleibe, um mein Traumgewicht zu halten.
Und trinken wir weiterhin darauf - ich mit Apfelschorle und Sie mit diesem leckeren Cocktail - dass sich auch 2007 viele Ihrer und meiner Wünsche und Träume ins reale Leben bringen lassen!

So und ich besuch jetzt mal wieder ein paar Blögchen

Potenzprobleme

Mein Mann leidet seit 3 Monaten unter enormen Potenzproblemen, ich habe ihm schon gesagt, er soll mal Potenzmittel bestellen, aber er hält von Cialis einfach nichts :-(.

DIE PAUSENSCHLEIFE

In einem Buch von Laurie Notaro, der Autorin von IDIOTGIRLS, fand ich folgendes Zwölf-Stufen-Programm, das - wie ich Ihnen, liebe Leser, aus langer Erfahrung als Barfrau versichern kann - die chronologische Abfolge vom ersten Drink bis zum Endziel "stinkbesoffen" recht anschaulich und detailliert schildert und das ich Ihnen keinesfalls vorenthalten möchte:


1. Stufe: der Drink ruft
Er bettelt dich an, und du reagierst einfach. Es klingt wie eine gute Idee, es fühlt sich richtig an, aber du beschließt, nicht zu weit zu gehen.

2. Sufe: Finanzlage
Wenn die Ersparnisse gering sind und du nicht ein komplettes Monatsgehalt durchbringen willst, musst du dich entscheiden, ob du das Arme-Leute-saufen wählst (d.h. auf völlig nüchternen Magen trinken), oder ob du irgendeine Chance siehst, andere Leute für dich bezahlen zu lassen.

3. Stufe: der passende Saufkumpan
Die richtige Begleitung zu finden, ist manchmal etwas schwierig, aber eine gute Wahl ist unbezahlbar. Du musst darauf achten, dass du keinen Anfänger aussuchst, weil du dich sonst am Ende unvermeidlich um ihn kümmern und irgendwelche Körperflüssigkeiten aufwischen musst. Andererseits darfst du auch niemanden wählen, der trinkfest genug ist und dir Hot Dogs in die Hose steckt oder deine Augen mit Zahnpasta zementiert, wenn du das Bewusstsein verloren hast.

4. Stufe: das Klirren der Eiswürfel, das Krachen der Öse
Der erste Schluck, der wundervoll und viel versprechend ist, das erste Lecken der Lippen, gleich einer Taufe der Trunkenheit, die geduldig vor einem liegt. Der Trinker fängt an, sich wohl zu fühlen, er wirft die nüchterne Haut ab wie Schuppen, die mit jedem Drink grösser werden.
(Die nächsten acht Stufen können schnell aufeinander folgen oder sogar simultan geschehen.)

5. Stufe: traurige Erinnerungen
"Es ist mir egal, dass ich ihn nackt auf der Couch mit einem anderen Mädchen gesehen habe, ich weiss, dass er mich wirklich geliebt hat. Warum hat er mich verlassen? Warum? Kann mir irgendjemand sagen, warum?"
Dies ist die sinnloseste der zwölf Stufen. Meistens dreht sich das Gespräch um Beziehungen und kann schließlich zu sehr unklugen Anrufen führen, was letztlich dazu führt, dass du jeden anrufst, mit dem du mal was hattest, weil du felsenfest davon überzeugt bist, jetzt deine Gefühle zeigen zu müssen.

6. Stufe: der Wunsch, sich auszuziehen und dass Fremde doch bitte dasselbe tun mögen
Der Auszieh-Wunsch kommt meist nach den Anrufen, wenn man sich wieder eine Abfuhr geholt hat.

7. Stufe: Mathematik
Du fängst an, dir auszurechnen, wie viele Stunden dir noch bleiben, bis du wieder voll funktionsfähig sein musst.
"Ich kann 15 Minuten länger schlafen, wenn ich die Dusche weglasse. Ich werde die gleichen Klamotten tragen wie jetzt. Auf diese Weise muss ich keine Zeit damit verschwenden, nach sauberer Wäsche zu suchen."

8. Stufe: die "Kurz-vor-Zapfenstreich-Bestandsaufnahme"
Eine schnelle Abschätzung der Lage bringt dich zu dem Schluss, dass du, egal wie viel Alkohol du schon konsumiert hast, unbedingt noch mehr haben musst, weil es noch nicht reicht.
Und zwar SOFORT, weil dies die wichtigste Mission deines Lebens ist.

9. Stufe: Lass uns mal was essen
Ein kleiner Abstecher zu einem Drive-Inn, weil du viel zu betrunken bist, um in einem Restaurant zu sitzen.
Auto fahren kannst du natürlich noch. Du kaufst Fastfood in grösseren Mengen, die du aller Wahrscheinlichkeit nach noch vor Sonnenaufgang in leicht veränderter Form wieder von dir geben wirst. In diesem Stadium wirst du Sachen essen, die du normalerweise nicht einmal deinem Hund zu fressen gibst, wie zum Beispiel Mikrowellen-Burger oder drei Tacos zum Preis von einem.

10. Stufe: Ich fühle mich gut in meiner Haut
Du bist geistreich. Du fängst an, dich hübsch, sexy und schlank zu fühlen. Jetzt willst du wirklich nackt sein, und du findest, so ziemlich jeder Mensch sieht gut aus. Du denkst nicht lange darüber nach, ob du einem Wildfremden deine Zunge in den Hals schiebst, selbst wenn hundert Leute zusehen.
Es kann dir auch passieren, dass du den Wunsch verspürst, bestimmten Personen zu erzählen, dass du sie liebst, und dies ist ein absolut sicheres Zeichen dafür, dass du lieber nach Hause gehen solltest.

11. Stufe: Unsichtbarkeit
Du glaubst, dass du unsichtbar bist und du Dinge tun kannst, für die es später keine Zeugen geben wird, beispielsweise in die Büsche pinkeln oder in den Rinnstein kotzen. In diesem Zustand wirst du dich nicht mehr daran erinnern können, was du zuletzt gesagt hast, oder du wirst beschließen, dass die Straße ein wundervoller Ort ist, um sich kurz hinzulegen.

12. Stufe: die Pausenschleife im Hirn
Du bist zu keiner Kommunikation mehr imstande. Vielleicht kannst du gerade noch mit dem Kopf schütteln. Die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, hat sich in Luft aufgelöst.
Das Gleiche gilt für dein gesamtes Geld, die Funktionsfähigkeit deiner Gliedmaßen, und, Gott sei`s gedankt, dein Bewusstsein.

In diesem Sinne: Prost!

Abgenommen

Ich weiss ja nicht, ob Sie es nicht allmählich leid werden, die ständigen Geständnisse Ihrer Barfrau zu lesen...
Doch diesmal ist es kein dunkles Geheimnis, dass ich Ihnen offenbaren will, diesmal geht es mir darum, mich bei Ihnen für meine "Schreibfaulheit" der letzten Wochen zu entschuldigen.
Leider konzentriert sich mein Leben augenblicklich nur auf zwei wesentliche Dinge: Arbeiten und abnehmen.
Und aufgrund des ausgedehnten Fitnessprogrammes, das ich täglich neben dem Barbetrieb zu absolvieren habe, komme ich zeitweise einfach nicht dazu, meine Geschichten aufzuschreiben.

Ein Gutes hat die Sache dennoch - zumindest für mich: Ich bin in den letzten 10 Wochen erstaunliche 10 kg leichter geworden und werde wohl um Weihnachten herum mein altes/neues Traumgewicht erreichen.
(Jedenfalls, wenn ich es schaffe, weiterhin die eiserne Disziplin aufzubringen, die ich in den vergangenen Wochen an den Tag gelegt habe.)
Wenn Sie, verehrter Leser, allerdings wüssten, wie karg meine Mahlzeiten dabei ausfallen, würden Sie mich sicherlich bedauern, wenn nicht gar bemitleiden.
Deshalb wollen wir über die Zusammenstellung meiner Lebensmittel lieber den Mantel gnädigen Schweigens breiten!
Wie sagte meine Mutter - Gott hab`sie selig - immer: Ohne Fleiß kein Preis! (Aber unter uns: Ich hasse solche Sprüche!)
Bleibt mir für den Moment nur, Besserung zu geloben - was das Schreiben angeht - und Ihnen in Zukunft wieder öfter eine meiner Bargeschichten zu erzählen.

Für heute allerdings möchte ich es bei einem neuen Cocktail bewenden lassen und hoffe, dass Sie mir für die letzten 13 Kilo, die ich noch verlieren muss, beide Daumen drücken!

Abnehmen leicht gemacht

DIE TÄGLICHEN LEIDEN DES HERRN M.

Während die Barfrau Ihres Vertrauens sich um die Gestaltung dieses faszinierenden Beitrages kümmert, probieren Sie, verehrter Leser, vielleicht in der Zwischenzeit den leckeren Cocktail, um sich so die Wartezeit auf angenehme Weise zu verkürzen. Aber da das Fertigstellen der Geschichte diesmal länger zu dauern scheint, als ich annahm und sie vor Donnerstag wohl nicht zu lesen ist, braucht es wahrscheinlich mehr als einen Vanilla Sky, um das ebenso freundliche wie geduldige Publikum bei Laune zu halten!
Deshalb will ich ausnahmsweise spendabel sein und für alle Wartenden eine Lokalrunde geben!

Here we go again:

Jedesmal, wenn ich Herrn Mausbach sehe, muss ich an Molières eingebildeten Kranken denken, aber zu meinem großen Leidwesen empfinde ich die Geschichte meines Barbesuchers nicht einmal annähernd so kurzweilig oder amüsant.
Und da ich selbst noch nicht das Alter erreicht habe, in dem mir Gespräche über Stuhlgang und Darmspiegelungen, Herzrasen und Elektrokardiogramme wirklich Freude machen, bin ich, sobald Herr Mausbach auftaucht, (was er so regelmäßig tut, daß ich vermute, er schiebt seinen Barbesuch zwischen zwei Arztbesuchen ein) - jedes Mal aufs Neue ebenso ratlos wie auf eine morbide Weise fasziniert.

Ganz zu Anfang schockierte mich der junge, kräftige und durchaus ansehnliche Herr Mausbach, als er an der Theke die Vermutung äußerte, er wäre an einem geheimnisvollen - auf alle Fälle aber tödlichen - Virus erkrankt. Ich verbrachte viel Zeit damit, Herrn Mausbach Mut und Trost zuzusprechen und dachte mir nichts dabei, die verschiedenen Möglichkeiten einer Behandlung mit ihm durchzusprechen.
Was - von meinem jetzigen Standpunkt aus gesehen - doch mitunter bohrende Zweifel an meinem gesunden Menschenverstand zu der damaligen Zeit in mir aufkommen läßt.

Die erste Skepsis regte sich in mir, als Herr Mausbach einige Monate später mutmaßte, er sei eventuell an Krebs erkrankt.
Es war keine Rede mehr von dem geheimnisvollen Virus, der auf ebenso mysteriöse wie wundersame Weise aus seinem Körper verschwunden war. Herr Mausbach schien erfüllt von neuen Ängsten, Zweifeln und Kümmernissen und stürzte sich (für meinen Geschmack ein wenig zu enthusiastisch) auf seine neuen Symptome. Und ich? Ich bemühte mich zwar immer noch um Mitgefühl und Anteilnahme gegenüber Herrn Mausbach, spürte aber selbst die kühle Distanz, mit der ich ihn zu betrachten begann.

Heute sitzt Herr Mausbach mit Leichenbittermiene an meinem Tresen und redet ebenso atemlos wie übertrieben über seine neuesten, körperlichen Probleme.
Er zählt mir - während er Pillendosen, Tuben, Fläschchen und Tinkturen auf meiner Theke aufreiht, um die Schwere seiner neuesten Erkrankung zu untermauern - akribisch all seine Symptome bis ins kleinste auf.
Und selbst, als längst klar ist, dass er ausnahmsweise wirklich einmal an einer "Krankheit" leidet (an etwas so Lapidarem wie einem Schnupfen nämlich), kennt Herr Mausbach doch sämtliche Ärzte mit Adresse und Sprechstundenzeiten, die er zu diesem Thema noch konsultieren will. (Ich brauche wahrscheinlich nicht zu betonen, dass Herr Mausbach ohnehin mehrmals wöchentlich seinen Hausarzt sieht).
Darüber hinaus liest Herr Mausbach gewissenhaft alle medizinischen Fachbücher, derer er habhaft werden kann, weil er ständig nach Antworten auf die nie endenden Fragen zu seinem Körper und dessen Symptomen sucht.
Selbst das Knarren seiner Gelenke wird bei ihm zum Gegenstand intensiver Selbstbeobachtung - auch (oder gerade weil?) eine Reihe von Ärzten - speziell sein Orthopäde - das Symptom für harmlos erklärt hat.

Von einem befreundeten Psychiater ließ ich mich darüber aufklären, dass Menschen wie Herr Mausbach subjektiv tatsächlich leiden, weshalb man den Begriff Hypochonder nicht beleidigend oder mitleidig verwenden soll. Medizinstatistiker haben ermittelt, dass 5-10% der Patienten in einer Hausarztpraxis unter einer extremen Selbstbeobachtung leiden. Und überdies erscheint es wie eine Sucht: Je mehr Antworten diese Menschen erhalten, desto mehr Ängste und Fragen tun sich in ihnen auf.
Der Begriff Hypochonder, ließ ich mir sagen, kann allerdings sehr leicht zur Falle werden. Denn je mehr der hypochondrische Mensch als Kranker anerkannt wird, desto mehr steigert er sich möglicher Weise in seine Krankheiten hinein und umso weniger kann er sich von seiner Selbstbeobachtung lösen.

Bleibt nur zu hoffen, dass Herr Mausbach - vielleicht durch Zufall - an einen Arzt gerät, der in der Lage ist, ihn von seiner Gesundheit zu überzeugen und der ihm dabei hilft, das Grundvertrauen in den eigenen Körper zurückzugewinnen.
Alles, was wir Anderen bis dahin tun können: Trinken wir auf Herrn Mausbachs Wohl!

KITSCH UND KREMPEL

Sicherlich ebenso erstaunlich, verrückt und mitunter bestürzend wie die Geschichten meiner Gäste sind auch die Präsente, die sie mir im Laufe eines Jahres so zukommen lassen.
Es ist unglaublich, welche Urlaubs-, Zwischendurch-, Oster-, Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke mir einige der Kunden schenken; mit welch niedlichem, sentimentalem, poetischem und geschmacklosem Erotik-, Natur-, Heimat- und Gruselkitsch sie mich dabei bedenken.
Ehrlich gesagt, weiss ich nicht wirklich, warum Leute denken, als Barfrau müsste ich eine so derbe und niveaulose Form des Frohsinns pflegen, dass ich wegen jedes dämlichen Scherzartikels in Verzückung gerate.
Ich will nicht ungerecht sein, denn natürlich weiss ich, dass bei all den schaurigen, bonbonfarbenen Geschmacksverirrungen allein die nette Geste des Freude-machen-Wollens zählt...
Aber würde ich mich nicht in regelmäßigem Abständen - beim Frühjahrs- und beim Herbstgroßreinemachen - von einem Großteil des Kitschs und Plunders befreien, gliche meine Bar inzwischen einem Trödelladen.

Heute Morgen war es dann wieder einmal soweit. Ich fasste mir ein Herz, nahm mir zwei große Mülltüten und begann, die Schubladen und Schränke meines Arbeitsplatzes zu durchforsten, um zumindest die scheusslichsten Artefakte meiner Kundschaft zu entsorgen.
Ich hoffe, dass Sie, verehrte Leser, mich nicht für allzu herzlos halten, wenn ich bekenne, dass ich bei vielen dieser Dinge nicht lange überlegen musste, ehe ich sie dem Müllsack anvertraute.
Und um Sie über die Natur mancher Geschenke nicht länger im Unklaren zu lassen, hier eine kleine Auswahl der von mir meistgehassten Objekte.

Urteilen Sie selbst - können Flaschenöffner noch geschmackloser sein als diese?


Flaschenoeffner


Oeffner


Und ehe ich mein Haupt jemals auf dieses "niedliche" Kissen bette, möchte ich lieber mein Leben lang schlaflos bleiben!


Kitschkissen


Habe ich bereits erwähnt, dass ich Schneekugeln verabscheue?


Schneekugel


Die Photos von Erotikspielkarten und diversen Scherzartikeln zu meinem dreißigsten und vierzigsten Geburtstag - wie zum Beispiel Socken mit der Aufschrift: "Ich bin 40, bitte helfen Sie mir über die Straße" - will mich mir und Ihnen, liebe Leser, tunlichst ersparen!


Kondom


Aber noch ein Wort zum Schluss: Ich will nicht verhehlen, dass einige der Kitschobjekte so hässlich sind, dass sie beinahe Kultcharakter haben und dass ich es nicht übers Herz bringe, sie fortzuwerfen. Erst recht nicht, wenn sie von lieben Stammgästen stammen. So ziert beispielsweise ein grauenvolle, aber original Schweizer Kuckucksuhr meine Küchenwand.
Und meinen ersten Morgenkaffee giesse ich in eine nicht minder geschmacklose Diddl-Tasse, aus der eine rosa und grün gekleidete Maus vorwitzig über den Rand der Tasse hinauslugt und mir - debil grinsend - beim Wachwerden zusieht.


Souvenirs


Was mich an dieser Stelle interessieren würde: Nennen auch Sie, verehrte Leser, einige grenzwertige "Staubfänger" Ihr Eigen, von denen Sie sich partout nicht trennen mögen?
Wenn ja, erzählen Sie mir doch bitte vom Kitsch, Nippes und Krempel in Ihren eigenen vier Wänden, damit ich mich mit den Objekten meiner Hassliebe nicht ganz so ungemütlich fühle.
Lassen Sie uns darüberhinaus auf alle Spender dieser Gaben trinken - glauben Sie mir, die wenigsten von ihnen wissen wirklich, was sie tun!

DER FLUCH DER SUCHMASCHINEN

Ich weiss nicht, ob es Ihnen genauso geht wie mir, wenn Sie sich - sofern Sie selbst Blogger sind - anschauen, durch welche Suchbegriffe Menschen auf Ihren Blog gelangen.
Aber wenn ich mir die TOP 7 für die BlogBar vergegenwärtige, beschleicht mich das unangenehme Gefühl, dass es sich um höchst merkwürdige Zeitgenossen handelt, die sich mitunter auf meiner Seite tummeln.

"Wie werde ich Apfelsaft Bestatter?"
Gegen diese Frage habe ich grundsätzlich nichts einzuwenden, zumal es heute sicher nicht unüblich ist, sich bei speziellen Berufs- oder Umschulungswünschen im Internet kundig zu machen.
Und für ebenso nachvollziehbar halte ich, dass ein ausgiebig Suchender dabei auch auf meine Seite gerät - zumal Gottlieb Grube dem Wissensdurstigen sicher jede Frage ebenso ausgiebig wie erschöpfend beantworten könnte.

"Bin ich sympathisch?"
Schon etwas stutziger macht mich diese Frage. Denn erstens kann ich darin überhaupt keinen Bezug zu meiner Bar entdecken, (ausser, dass es bei mir natürlich sympathische wie unsympathische Gäste gibt) und zweitens finde ich den Versuch, sich selbst (anhand von Internetkriterien) einen virtuellen Überblick über die eigene Beliebtheit verschaffen zu wollen, äusserst hirnrissig.
Ich meine - hat dieser Mensch keine Partnerin oder keinen Partner, keine Freunde, Arbeitskollegen oder Nachbarn, die ihm sein Verhalten spiegeln und folglich dafür sorgen, dass er über den Grad seines sympathischen oder unsympathischen Wesens im Bilde ist?

Aber weiter im Text!

"Alles über Cola"
Noch so eine undurchsichtige Angelegenheit! Meine Wissens befinden sich unter meinen Gästen weder Schneckenzüchter, -esser oder -hasser, noch kann ich das Wort "Schnecke" in irgendeinem meiner Texte entdecken. Wahrlich wundersam und verschlungen sind die Wege des Internets!

"Cybersex/Ich möchte Cybersex"
Eine Anfrage, bei der ich zwar den Gegenstand der Obsession nicht teile, deren Kern ich aber schon ausführlich behandelt habe. Und Herr Moersfelder ist sicher gut für einige wertvolle Tips!

"10 Orgasmen in Folge"
Du liebe Güte! Egal, ob es sich dabei um einen meiner Cocktails oder um reine, sexuelle Betätigung handelt: Man kann`s auch wirklich übertreiben! Merke: Nicht immer ist da, wo ein Wille ist, auch ein Weg!
Aber vielleicht bin ich ja auch nur neidisch, verehrte Leser, weil ich in meinem gesamten Liebesleben noch nie zehn Orgasmen in Folge hatte.

"Anleitung zu einem guten Orgasmus"
Die Barfrau Ihres Vertrauens neigt dazu, hier ebenso kräftig wie betrübt den Kopf zu schütteln, denn sie wagt zu bezweifeln, dass daraus mit einer Internetanleitung tatsächlich etwas wird.
Ich selbst habe bei Gebrauchsanweisungen gravierende Probleme: Beim "Nippel-A-durch-Lasche-B-ziehen" tue ich mich immer etwas schwer!

"Sie zwang mich in Pumps"
Bei allem, was mir heilig ist, schwöre ich: Ich habe niemals und ich betone hier, wirklich NIEMALS, einen meiner Gäste gezwungen, Pumps zu tragen!
Also, wenn Sie mich fragen, handelt es sich hier um eine höchst eigenartige Variante des Liebesspiels. Noch dazu eine, die ich mir plastisch nicht so recht vorstellen kann/will.
Es stellt sich mir die Frage: Wozu hat sie ihn denn nun gezwungen? Und vor Allem: Wer trug die Pumps? Er oder sie oder oder am Ende gar Beide? Handelt es sich um die fieberhafte Suche eines gedemütigten Opfers nach Gleichgesinnten oder hat er es genossen, dass sie ihn zwang?
Fragen über Fragen, auf die ich vermutlich nie eine Antwort finden werde...
Doch wie sagte meine Mutter - Gott hab sie selig! - immer: "Watt der Bur nitt kennt, datt frisst er nitt!" Eben `drum!

Nach dieser kleinen Exkursion in die Abgründe von Googlenden lade ich Sie ein, eine White Lady mit mir zu trinken - einen Cocktail, der in keiner gutgeführten Bar fehlen darf!

ALLES HAT EIN ENDE...

ALLES HAT EIN ENDE...

Ich weiss, ich weiss, ich versprach, mich zu bessern...
Leider sieht es im Moment so aus, als könnte ich dieses Versprechen nur eingeschränkt halten...
Mehr als zwei Beiträge pro Woche sind momentan definitiv nicht machbar, so leid es mir tut!

Was mich allerdings im Zusammenhang mit meinem leidigen Dauerthema "Abnehmen" interessieren würde: Ich selbst habe die Angewohnheit - vorzugsweise beim Friseur oder Frauenarzt - immer zuerst die höchst albernen Artikel in Frauenzeitschriften zu verschlingen mit Vorher-Nachher-Bildern von Frauen, die abgespeckt haben und nun ihre neue Lebensqualität, Attraktivität und schlanke Linie preisen. Teilen Sie, verehrte Leser, vielleicht ganz im Geheimen diese Leidenschaft?

Abnehmen muß ich leider immer noch, tja so schnell endet es nicht :-(

Joomla und frigide CMS Systeme

:-))))

Podcasts?

Nee, auf Podcasting stehe ich so ganz und gar nicht, aber wems interessiert hier gibts Podcast Infos.

Kleine Fluchten

KLEINE FLUCHTEN

Auch eine Barfrau, verehrte Leser, muss sich ab und zu eine kleine Pause vom Alltagsstress genehmigen. Und deshalb gönnt sich LuLu einen netten Kurzurlaub - aber selbstverständlich nicht, ohne Ihnen noch rasch das Rezept für einen - zum Thema passenden - sehr leckeren Cocktail da zu lassen, der Sie hoffentlich ein wenig mit meiner vorübergehenden Abwesenheit versöhnt!

Bis bald!

Grüsse an Martina

Ein Haus und ich

ÜSSIGGANG UND STÖCKCHENKLAU

Nachdem ich mich auf leisen Sohlen zu meinem Kurzurlaub davongeschlichen habe, fällt es mir noch ein wenig schwer, zu den Anforderungen meines Barlebens zurückzukehren...

Reisen bildet ja bekanntlich, auch wenn ich meinen Impressionen in der Ewigen Stadt eine ganz eigene "Bildungstour" hinzugefügt habe, die wohl eher meiner beruflichen Weiterbildung zuzuordnen ist.
Doch Rom zeigt sich schließlich (auch) als wahre Fundgrube für erstklassige Cocktailbars, Crêperien, Weinstuben und Jazzkeller - deshalb konnte ich der Versuchung nicht widerstehen.
Und die Zeta Lounge Bar ist wohl unvergleichlich, denn hier gerät - das muss ich leider sagen - selbst eine versierte Barfrau wie ich ins Schwärmen, was Ausstattung, Service und die Fingerfertigkeit der Barkeeper anbetrifft.
(Wenn Sie bis zum Ende der Seite herunterscrollen, ist das kleine Video dort - Guarda il Promo - dafür eindeutiger Beweis).

Wie gerne nur würde ich meine Seele noch ein wenig länger baumeln lassen und im süßen Nichtstun schwelgen.
Doch müsste ich wohl fürchten, daß Sie, verehrte Leser, es mir arg verübelten, wenn ich im Müßiggang verharrte, von dem man behauptet, dass er "aller Laster Anfang" sei.
Noch fühle ich - und ich hoffe, daß Sie mir verzeihen - wenig Bereitschaft, zu den Absonderlichkeiten und Verrücktheiten meiner Gäste zurückzukehren.
Deshalb stehe ich heute ein wenig lustlos und träge in der Bar.
Und wünsche mir seufzend, dass die Welt sich wenigstens einen Tag länger ganz allein um mich drehen soll.
(Nicht, daß sie es wirklich jemals täte, doch meine kleine Alltagsflucht verschaffte mir zumindest vorübergehend dieses Gefühl).

Um Sie, verehrter Leser, nun nicht vollends zu enttäuschen und Ihnen zumindest ein wenig Lesestoff zu bieten, habe ich mir beim morgendlichen Lesen meiner "Pflichtlektüren" hier einen dreisten Stöckchenklau erlaubt.
Vielleicht mögen Sie ja nach all den Geständnissen meiner Gäste auch einmal einige der Barfrau lesen und betrachten diesen Einblick in Lulus "dunkle Seite" zumindest heute als adäquaten Ersatz zu den sonst üblichen Bar-Geschichten.


Ich gestehe:

- dass ich "Blog-Stöckchen" liebe, auch wenn sie meist ziemlich dämlich und nichtssagend sind.

- dass ich mit meinen Bargeschichten gerne reich und berühmt werden möchte.
Bitte verlegt endlich dieses "wundervolle und völlig andere Cocktailrezept-Buch"!

- dass ich als Kind beim Zündeln mit Streichhölzern die gesamte Wiese eines Bauern abgefackelt habe und somit Mörderin Tausender von Kleinstlebewesen bin.

- dass ich in meiner Jugend nicht nur bildhübsch, sondern auch ein herzloses Biest war, dessen Weg eine Zeitlang Dutzende gebrochener Männerherzen pflasterten.

- dass ich auch heutzutage noch gelegentlich meine (Restbestände an) Attraktivität einsetze, wenn ich meinen Willen durchsetzen will.

- dass ich einmal einem untreuen Geliebten im Lokal einen Maßkrug voll Bier über den Kopf geschüttet habe, was alle Anwesenden (mit Ausnahme von IHM) sehr erheiterte.

- dass ich mir auf meine Kreativität und meine Intelligenz eine Menge einbilde - besonders dann, wenn ich es auf geschickte Art (und vielleicht erst Jahre später) Leuten heimzahle, die mir ein Unrecht angetan haben.

- dass ich sehr nachtragend bin und gerne campe

- dass ich meinem bösen Nachbarn die neidisch auf mein Haus sind, die Pestilenz an den Hals oder alternativ ein baldiges Ableben wünsche.

- dass ich ab und zu lüge und man somit zwar vermuten, aber nicht zweifelsfrei wissen kann, dass es sich um echte Geständnisse handelt.
Wenn Sie sich an dieser Stelle von der quälenden Beichte der (nun möglicherweise ehemaligen) Barfrau Ihres Vertrauens erholen wollen, tun Sie es vielleicht bei diesem Klassiker.

Cheers!

GOTTLIEB GRUBES GESCHÄFT MIT DEM TOD

Eigentlich hat Gottlieb Grube einen unmöglichen Namen - jedenfalls für einen Bestatter. Doch sein Geschäft bringt auf effiziente Weise Pietät und Betriebswirtschaft in Einklang. Man könnte also ganz respektlos sagen: "Der Laden läuft!"

"Sie sind schlanker geworden, Lulu!", sagt der Bestatter, "steht Ihnen übrigens ausgezeichnet!"...
In einer abergläubischen und arwöhnischen Anwandlung beeile ich mich, dem Bestatter zu versichern, dass ich mich bester Gesundheit erfreue und dass mein Abnehmen nur auf den Ratschlag meines Arztes - des Rückens wegen - zurückzuführen ist.
Herr Grube schaut mich einen Augenblick verdutzt an, dann schüttelt er den Kopf und lacht. "Auf ein langes Leben, Lulu!", sagt er und prostet mir mit seinem frischen Side Car zu.
Ich werde puterrot und verwünsche mich selbst im Stillen. Keine Ahnung, warum mir bei dem Beruf des Bestatters - wie wahrscheinlich den meisten Menschen - völlig absurde Klischees durchs Hirn geistern: Von bleichen, verklemmten Männern in schwarzen Anzügen, die einen schlechten Atem haben und ein ungesundes Verhältnis zu Leichen pflegen. Oder die ebenso geduldig wie freudig erregt auf das Ableben ihrer Nachbarn warten, während sie Särge zimmern und düstere Prophezeiungen ausstoßen, wer "als nächster an die Reihe kommt".

Ich kann Ihnen- verehrter Leser - nur versichern: Mein Bestatter ist nichts von alledem! Herr Grube - ein humorvoller, gut aussehender Charmeur - hat eine positive Einstellung zum Leben und ist ein ausgesprochener Frauentyp.
Zugegeben: Sein Humor ist eher von der scharfzüngigen bis schwarzen Sorte - aber da ich selbst über absurde bis skurile Dinge eher lache als weine, schätze ich Herrn Grubes Witze. Zumal sie wahrscheinlich auch dazu gedacht sind, eine Distanz und eine Art Schutzwall gegenüber seinem täglichen Brot - dem Tod und der Trauer - zu schaffen.

Was Gottlieb Grubes Tätigkeit angeht, spüre ich oftmals eine etwas morbide Neugier. Vielleicht ist es der Wunsch, das Mysterium Sterben ein wenig zu "entmystifizieren" - ehrlich gesagt: Ich weiss es nicht so genau. Ich weiss, dass ich Herrn Grube viele Fragen stellen möchte. Fragen, die er mir auf seine etwas melancholische, aber durchaus angenehme Weise bisher gern beantwortet hat.
"Wissen Sie, Lulu", sagt der Bestatter, "ich bin schon als Kind mit dem Tod ganz vertraut gewesen - für mich stellte sich die Frage nie, WAS ich einmal werden will. Ich mag meinen Beruf und ich wage mal, ganz unbescheiden zu behaupten: Ich bin gut darin, auch wenn das die meisten Menschen vielleicht nicht wirklich verstehen!"

Natürlich verstehe auch ich nicht wirklich, doch ich gebe mir Mühe. Und ich höre gern zu, wenn der Bestatter von seiner Arbeit und dem würdevollen Abschied eines Menschen spricht.
Ich bin überzeugt, dass Herr Grube sehr ernsthafte, persönliche und absolut ehrenvolle Beweggründe hat, sich einem Berufsalltag auszusetzen, der jeden Tag aufs Neue ein Drahtseilakt ist und um den ihn wohl kaum jemand beneiden dürfte.
Heute zum Beispiel erzählt mir der Bestatter von den neuesten Methoden, sich beerdigen zu lassen, und einmal mehr bin ich fasziniert.
"Neulich", sagt Herr Grube und lächelt versonnen, "kam eine Kundin zu mir, die nach ihrem Tod ein künstliches Riff werden möchte. Nichts leichter als das! Ihre Asche wird nach Orlando geflogen, mit Zement vermischt und vor der Küste Floridas mit anderen Betonpfeilern im Meer versenkt.
Ein anderer Kunde will nach dem Ableben als Sternschnuppe enden - auch das ist kein Problem! Für etwa 5000 Euro bringt ein Shuttle die Aluminiumhülle in die Erdumlaufbahn. Nach ein paar Millionen Flugkilometern verglüht die Kapsel in der Atmosphäre. Na, Lulu, wie gefällt ihnen die Idee?"

Ich muss zugeben, die Idee, nach meinem Tod eine Sternschnuppe zu werden, gefällt mir!
Aber da dieses Ereignis hoffentlich noch in weiter Ferne liegt, denke ich vorerst nur darüber nach.
Bis es soweit ist,, werde ich mich um meine Gesundheit und Sicherheit kümmern.

JUGENDWAHN

"Zuerst waren es nur die ausgefallenen Hobbies, mit denen er plötzlich angefangen hat", sagt sie und schneuzt sich geräuschvoll, "Drachenfliegen und Bungee-Jumping und so"...
Die Dame, die am frühen Morgen wie ein Häufchen Elend an meiner Theke sitzt und ihr Leben vor mir ausbreitet, bestellt einen weiteren Tequila Sunrise bei mir.
Eigentlich müsste sie schon ziemlich angetrunken sein, doch sie hält sich tapfer. Sie verliert weder den Faden in ihrer Erzählung noch stolpert sie über ihre Worte, sie wolle nochmal in einen Garten gehen

"Zuerst dachte ich noch", fährt sie fort, "na gut, soll er doch seinen Spaß und ein bisschen Nervenkitzel haben. Ich gehe ja schließlich auch zum Jazz Dance und zum Kegeln. Aber nach einer Weile wurden mir seine Veränderungen immer unheimlicher. Er fing an zu joggen und hat zwanzig Kilo abgenommen. Plötzlich kleidete er sich so figurbetont und so unpassend für sein Alter. Als ich ihm das sagte, hat er mir eine Szene gemacht und mir vorgeworfen, ich missgönne ihm seine neue Attraktivität".
Die Dame dreht das Glas in ihren Händen und seufzt, während sie wie betäubt die Tischplatte mit ihrem Blick fixiert, ob sie auch Pferde mögen würde?
"Und dann wollte er sich allen Ernstes einen Sportwagen kaufen. Ich frage ihn: Wozu brauchen wir einen Sportwagen? Der Kombi passt doch auch wegen der Kinder als Familienkutsche viel besser zu uns!" Sie schluchzt kurz auf und ein paar Tränen fallen in ihren Cocktail.

Ich fühle mich ein wenig überrollt von ihrem Kummer und weiß eigentlich gar nicht, was ich zu ihrer Geschichte sagen soll.
Auf gar keinen Fall will ich Phrasen dreschen oder ihr mit so etwas wie Allgemeinplätzen kommen. Aber was die guten oder gut gemeinten Ratschläge angeht, die man in solchen Fällen meint, geben zu müssen, fallen mir - ehrlich gesagt - auch keine ein.
Was soll ich einer Frau raten, die nach langjähriger Ehe von ihrem Mann zugunsten einer 18Jährigen verlassen wird?
Dass sie zum Schönheitschirurgen gehen oder sich einen jungen Geliebten nehmen soll, nachdem ihr ganzes, bisheriges Leben nun in Scherben liegt? "Mein Mann hat ein echtes Problem damit, älter zu werden!", sagt sie mit gequälten Blick.
"Jetzt ist er 45 und wir waren seit 20 Jahren verheiratet. Wir haben zwei Kinder zusammen und ich dachte immer, dass er zufrieden ist, mit dem, was er erreicht hat: Seine Karriere, ein tolles Haus, zwei gutgeratene Kinder, ein harmonisches Familienleben, eine treue Frau und liebevollen Sex...Was kann ein Mann sich denn sonst noch wünschen? Und was kann ihm so ein junges Flittchen geben, das er nicht bei mir bekommen kann?" Sie sieht mich wütend an, während ihr die Tränen über die Wangen laufen.

Ich versuche, meine Hilflosigkeit in Worte zu fassen; ihr zu verstehen zu geben, daß auch ich keine Antworten für sie habe. "Lulu, allein durch Ihr Zuhören helfen Sie mir schon!", sagt sie, "es tut gut, wenn man sich einmal so zwanglos wie bei Ihnen aussprechen kann!"
An diesem Morgen betrinkt sie sich dann doch noch. So sinnlos, dass sie schließlich irgendwann mit dem Kopf auf der Theke liegt. Ich rufe ihr ein Taxi, helfe dem Taxifahrer, sie in den Wagen zu setzen und wende mich wieder dem Gläserspülen zu.

Als ich die Bartür verriegele, bin ich traurig und fühle mich ein wenig benommen. Aber wahrscheinlich ist das nichts im Vergleich zu ihrem Schmerz.
In Gedanken wünsche ich ihr Mut und Zuversicht, einen neuen Anfang zu wagen und dass ihr Leben auch ohne IHN wieder lebenswert wird.

Übrigens sie fährt sogar noch einen Trabi.

Büro Büro

BÜRO, BÜRO

Vielleicht habe ich gestern zu viele Sekretärinnen nach Büroschluß bedienen müssen. Vielleicht gibt es aber auch Zeiten in meinem Leben, in denen ich mich nachdenklicher und intensiver mit meiner Vergangenheit beschäftigen "muss".
Vielleicht denken Sie, liebe Leser: Schon wieder Geständnisse von der Barfrau - muss das denn sein?
Doch vielleicht sind Sie auch mitfühlend und bereit, mir (zumindest ein Stück weit) in eine Parallelwelt zu folgen, in der ich selbst einmal Sekretärin und ausserdem jeden Tag unglücklich war.

Es hat eine Zeit in meinem Leben gegeben, in der ich mich - durch eine Verkettung von Umständen und Ereignissen, auf die ich (wenn Sie erlauben) hier nicht näher eingehen will, sehr allein (und ohne jedes finanzielle Polster im Hintergrund) einfach nur durch mein Leben schlug.
Ich nahm jeden Job an, den ich bekommen konnte und war beispielsweise eine Zeitlang nicht nur Schuh- und Teeverkäuferin, Marktfrau oder Putzfee sondern auch Kindermädchen oder sammelte Spendengelder.
Allerdings währten meine Anstellungen nie lange - spätestens nach einigen Monaten passierte irgendeine Kleinigkeit, die das Faß zum Überlaufen und mich dazu brachte, die Arbeit hinzuwerfen...
Schließlich dachte ich daran, mich bei einer Leiharbeiterfirma zu verdingen, die Bürokräfte und Sekretärinnen für Firmen stellte, weil ich annahm, dass Büroarbeit nicht nur den Ausweg aus meiner finanziellen Misere bieten könnte, sondern dass die häufig wechselnden Tätigkeiten gleichzeitig meiner unruhigen Natur entgegegenkämen.
Mein Wunsch ging auch prompt in Erfüllung: Ich wurde - da ich gute Kenntnisse in Orthographie und eine ausreichende Anzahl an Anschlägen vorweisen konnte - von einer dieser Sklaventreiberfirmen eingestellt. Seither bin ich beim Wünschen vorsichtiger geworden...

Von nun an saß ich jeden Morgen zwischen sechs und sieben Uhr hundemüde in der Straßenbahn. Und ratterte in der Dunkelheit eines naßkalten Winters einem meiner ständig wechselnden Arbeitsplätze entgegen. Kreuz und quer durch die Stadt, in der schweißnassen Hand meinen Einsatzplan. Immer in Sorge, ich könnte die richtige Station zum Aussteigen verpassen.
Von der linken auf die rechte Flußseite und wieder zurück.
Ich bekam alle möglichen und unmöglichen Stadtteile zu sehen und konnte mich kaum mehr erinnern, in welchem der Viertel ich zuletzt gearbeitet hatte.
Wie lange war es her, seit ich meinen Arbeitsvertrag bei einer Firma mit dem bezeichnenden Namen "Baal" unterschrieben hatte? Mir kam es vor wie eine halbe Ewigkeit.

Die ständig wechselnden Menschen und Arbeitsbereiche zerrten bald an meinen Nerven: Eben noch war ich Telefonistin und musste mir in Windeseile an die tausend Knöpfe einer Telefonanlage merken. In der Woche zuvor hatte ich mich mit Speditionsrechnungen, Gutschriften und Schecks herumgeschlagen. Im vergangenen Monat mußte ich ellenlange Gutachten für eine Versicherung schreiben.
Und am Abend - bei Gesprächen mit meinem Liebsten - bekam ich die einfachsten Worte nicht mehr heraus.
Ganz allmählich gelangte ich zu der Überzeugung, daß ein Übermaß an stupider Arbeit mich auf Dauer verblödete.

Und bereits der erste Einsatz, zu dem ich beordert wurde, zwang mich, der unumstößlichen Tatsache ins Gesicht sehen, daß ich in der Reihe der Befehlsempfänger so ziemlich das letzte Glied in der Kette war. Meine Funktionen waren die eines Laufburschen, Müllschluckers, Blitzableiters und Sklaven. Da mochte die Willkommensfreundlichkeit der Bürogemeinschaft gegenüber der Neuen dieses Faktum anfänglich noch so gnädig verschleiern – der erste Arbeitsengpaß brachte die Wahrheit um so brutaler ans Licht.

Ich hatte mir im Laufe der Zeit in Second-Hand-Läden zahlreiche Sekretärinnen- Verkleidungen zugelegt. Um zumindest äußerlich der Norm einer Büroangestellten zu entsprechen.
Dennoch schien - von der Chefsekretärin bis hin zur Klofrau – jede Mitarbeiterin einer Firma instinktiv zu wissen, daß ich nicht war, die ich vorgab zu sein. Fast so, als würde ich einen fremdartigen oder üblen Geruch verströmen, der dem Rudel signalisierte, daß es angebracht war, hier äußerste Vorsicht walten zu lassen. Angesichts dieses unberechenbaren, fremden Tieres.

Selbst wenn Keine den endgültigen und schlüssigen Beweis erbringen konnte, argwöhnten sie doch, dass ich nicht Frau Biedermann sondern in Wirklichkeit eine Brandstifterin war.
Womit sie, was die Einschätzung meiner inneren Befindlichkeit anging, durchaus richtig lagen.
Nichts auf der Welt hätte mir eine größere Freude bereitet, als die Berge von Akten anzuzünden, durch die ich mich tagtäglich völlig frustriert aber tapfer quälte.
Und es war mein innigster Wunsch, lässig eine Zigarette zu rauchen, während eines dieser Büros in Flammen stand.

Es vergingen drei Jahre, ehe sich am Horizont ein Silberstreif zeigte - wenn auch verbunden mit einem tragischen Verlust: Meine Mutter starb und hinterließ mir eine große Summe Geldes, die es mir ermöglichte, von jetzt auf gleich zu kündigen.
Das Ende der Geschichte, liebe Leser, kennen Sie ereits.
Aus mir wurde Lulu, die Barfrau - die ihre jetzige Arbeit liebt und die hofft, dass Sie ihr diese Exkursion in ein früheres Leben nicht übelnehmen, an dass mich die Sekretärinnen nach Dienstschluß erinnerten.

Auf Ihr Wohl und auf meines - Cheers!

Arcor Zensur

Arcor hat noch immer youporn zensiert und das Zensur Blog will jetzt vermehrt über Zensur bloggen, hmm...

Mehr Bildung für Hip Hopper

Wenn ich so lese, waß Hip Hopper von sich geben, fordere ich mehr Bildung für Hip Hop Hörer.

Wetten daß?

oping und illegale Wetten Gefahren für Sport
zurück
Illegale Sportwetten sind nach Ansicht von IOC-Präsident Jacques Rogge eine riesige Gefahr für die Glaubwürdigkeit des Sports. "Sie müssen ebenso aggressiv bekämpft werden, wie wir gegen Doping kämpfen", forderte der Belgier in einem Grundsatzbeitrag zu den Herausforderungen und Chancen im Olympia-Jahr 2008.

Die strikte Nulltoleranzpolitik bei illegalen Wetten und Dopingvergehen soll im kommenden Jahr ein noch höheres Niveau erreichen, meinte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Im Kampf gegen Doping "auf richtigem Weg"
Entschieden trat Rogge dem möglichen Eindruck entgegen, dass der Sport angesichts der jüngsten Enthüllungen und Geständnisse den Kampf gegen Doping verliere. "Das sehe ich anders. Die Tatsache, dass so viele Fälle von sportlicher Unfairness aufgedeckt wurden und dass immer mehr Athleten ihre Beteiligung zugaben, sagt uns doch, dass wir auf dem richtigen Weg sind", meinte der IOC-Chef.

Der Kampf gegen Doping- und Wettbetrüger werde dabei helfen, dass der Sport und die Jugend, die für seine Zukunft lebenswichtig sei, auf gleicher Höhe seien.

Schrottauto verschenken?

Schrottauto verschenken?
hallo liebe leute,
ich hab mal ne frage.
es geht um ein auto, das nicht mehr fahrbereit und abgemeldet ist.
nun soll dieses auto verschenkt werden.
ist es trotzdem ratsam einen kaufvertrag abzuschließen?
was kann man ansonsten machen?
sollen die papiere übergeben werden?

Vielleicht kann der Schrottauto Blog dazu ja mal antworten.

Skype

Skype ist eine unentgeltlich erhältliche, proprietäre VoIP-Software mit "Instant Messenger"-Funktion, Dateiübertragung und Videotelefonie.

Sie ermöglicht das kostenlose Telefonieren via Internet von PC zu PC sowie das gebührenpflichtige Telefonieren ins Festnetz und zu Mobiltelefonen (SkypeOut). Der ebenfalls gebührenpflichtige Dienst SkypeIn ermöglicht es auch Anrufe aus dem herkömmlichen Telefonnetz entgegen zu nehmen. In der aktuellen Windows-Version sind Konferenzschaltungen mit bis zu 25 Gesprächsteilnehmern möglich.
Inhaltsverzeichnis
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* 1 Eigenschaften
* 2 Kauf durch eBay
* 3 Versionsunterschiede
* 4 Verbreitung
* 5 Skype-Hardware
* 6 Skype am Handy
o 6.1 3 Skypephone
* 7 Kritik
* 8 Literatur
* 9 Weblinks
* 10 Quellen

Eigenschaften [Bearbeiten]

Die Software arbeitet hinter den meisten Firewalls und NAT-Routern problemlos, da für die Kommunikation unter anderem eine Variante des STUN-Protokolls zur Verbindung verwendet wird.[1] Darüber hinaus kann Skype die TCP-Ports 80 und 443 zum Verbindungsaufbau verwenden, welche normalerweise für das Surfen im World Wide Web Verwendung finden und deshalb in fast allen Fällen freigeschaltet sind.

Die Sprachqualität von Skype ist aufgrund der Verwendung neuer Codecs (Kompressionsalgorithmen) größtenteils besser als bei herkömmlichen Telefongesprächen.

Verwendet werden derzeit SVOPC (16kHz), AMR-WB (16kHz), G.729 (8kHz), G.711, früher auch ISAC und ILBC.

Skype arbeitet dabei mit jeder Standard-Headset- oder Mikrofon-Lautsprecher-Konfiguration – es wird das im Betriebssystem eingebundene Gerät erkannt.

Bei Verbindungen von PC zu PC sorgt laut Skype die Verschlüsselung mit AES-256 für die Privatsphäre, die Schlüssel werden mit 1.536 bis 2.048 Bit RSA übertragen.[2] Da es sich aber um ein Closed-Source-Programm handelt, können diese Angaben nicht von jedermann überprüft werden. Sie sind jedoch durch eine von Skype beauftragte Security Evaluation des renommierten Kryptologieexperten Tom Berson am 18. Oktober 2005 bestätigt worden.[3] Kritik äußerte dagegen der Entwickler von PGP, Phil Zimmermann.[4]

Da Skypes VoIP-Protokoll proprietär ist, kann es nur mit der originalen Skype-Software genutzt werden. Über das Skype-API ist es auch für externe Programme möglich, auf die Funktionalitäten des Skype-Clients und Teilen des Netzwerkes zuzugreifen. Dies wird u. a. vom SAM-Anrufbeantworter genutzt. Neben dem Telefonieren ist der Haupteinsatz von Skype das Instant Messaging, wobei auch Chats mit mehreren Teilnehmern möglich sind, sowie das Übertragen von Dateien. Des Weiteren existieren z. B. Skype-Plugins für Miranda IM und Trillian, welche die gemeinsame Nutzung von Skype mit anderen Protokollen in einem einzigen Instant Messenger ermöglichen. Hierbei muss allerdings weiterhin das Skype-Hauptprogramm im Hintergrund laufen, da die Kommunikationsprotokolle nicht bekannt sind.

Die Struktur von Skype ist im Rahmen des P2P-Netzes (FastTrack) teilweise dezentral, beispielsweise das Telefonbuch. Die Authentifizierung und das Abrechnen hingegen erfolgen über einen zentralen Rechner. Ebenso werden Verbindungen von PC zu PC teilweise über andere Skype-Teilnehmer weitergeleitet, während die Gespräche ins Festnetz über speziell dafür vorgesehene Rechner abgewickelt werden. Bei Telefongesprächen in das Fest- oder Mobilfunknetz besteht nicht die Möglichkeit, die SIP-Dienste anderer Provider zu nutzen. Dies ist nur über die SkypeOut-Funktion möglich.

Blogs die ich nie wieder besuchen werde

Diese Blogs sind so schlecht, daß ich sie eigentlich gar nicht verlinken sollte...

Bierblog
Blondinenwitze
Chatten
RSS BLOG

SCHWINDENDE PFUNDE

Ich weiss ja nicht, ob Sie es nicht allmählich leid werden, die ständigen Geständnisse Ihrer Barfrau zu lesen...
Doch diesmal ist es kein dunkles Geheimnis, dass ich Ihnen offenbaren will, diesmal geht es mir darum, mich bei Ihnen für meine "Schreibfaulheit" der letzten Wochen zu entschuldigen.
Leider konzentriert sich mein Leben augenblicklich nur auf zwei wesentliche Dinge: Arbeiten und abnehmen.
Und aufgrund des ausgedehnten Fitnessprogrammes, das ich täglich neben dem Barbetrieb zu absolvieren habe, komme ich zeitweise einfach nicht dazu, meine Geschichten aufzuschreiben.

Ein Gutes hat die Sache dennoch - zumindest für mich: Ich bin in den letzten 10 Wochen erstaunliche 10 kg leichter geworden und werde wohl um Weihnachten herum mein altes/neues Traumgewicht erreichen.
(Jedenfalls, wenn ich es schaffe, weiterhin die eiserne Disziplin aufzubringen, die ich in den vergangenen Wochen an den Tag gelegt habe.)
Wenn Sie, verehrter Leser, allerdings wüssten, wie karg meine Mahlzeiten dabei ausfallen, würden Sie mich sicherlich bedauern, wenn nicht gar bemitleiden.
Deshalb wollen wir über die Zusammenstellung meiner Lebensmittel lieber den Mantel gnädigen Schweigens breiten!
Wie sagte meine Mutter - Gott hab`sie selig - immer: Ohne Fleiß kein Preis! (Aber unter uns: Ich hasse solche Sprüche!)
Bleibt mir für den Moment nur, Besserung zu geloben - was das Schreiben angeht - und Ihnen in Zukunft wieder öfter eine meiner Bargeschichten zu erzählen.

Für heute allerdings möchte ich es bei einem neuen Cocktail bewenden lassen und hoffe, dass Sie mir für die letzten 13 Kilo, die ich noch verlieren muss, beide Daumen drücken!
Bier trinke ich übrigens nicht.

LULUS ALBTRAUM

In meinem Leben scheint es ein festes Muster zu geben: Immer, wenn ich es am wenigsten erwarte, holt mich die Vergangenheit ein...
Einer der üblichen Arbeitstage in meinem Barleben hat begonnen und nach zwei Stunden am Tresen ist der (anfänglich meist etwas stockende) Kundenverkehr in Fluß gekommen. Es herrscht kein Hochbetrieb, aber ich habe kontinuierlich zu tun.
Einzig erwähnenswert wäre vielleicht, daß es draußen in Strömen regnet. Ein Gewitter tobt über der Stadt und treibt die unterschiedlichsten Gäste in mein Lokal.
Sie, verehrter Leser, mögen die Erwähnung von Uhrzeit, Regen oder Schauern als völlig nebensächlich für (m)eine Geschichte betrachten. Doch lassen Sie mich Ihnen sagen, daß nicht nur die Tageszeit oder die Zusammensetzung der Gäste, sonder auch das Wetter erheblichen Einfluß auf das hat, was in der Bar an Zwischenmenschlichem passiert.
Außerdem benötige ich das Grummeln in der Atmosphäre ebenso wie das Blitzen als dramaturgisches Moment - aber dazu kommen wir später...

Ich liebe Tage wie diese, wenn vom Gewitter überraschte Gäste - je nach Temprament und Befindlichkeit lachend oder schimpfend - an meinem Tresen für ein kurzes Intermezzo Schutz vor dem Unwetter suchen.
Sie mögen meine Darstellung vielleicht für übertrieben halten, aber ich versichere Ihnen: Es entspricht meiner langjährigen Erfahrung als Barfrau, dass schon ein Gewitter die Menschen zusammenbringt.
Während man gemeinsam auf das Ende des Regens wartet und das Schauspiel von Blitz und Donner in einem sicheren Unterschlupf bei einem guten Drink geniesst, entwickelt sich rasch eine entspannte und kurzweilige Atmosphäre.
Man rückt zusammen, lacht und flirtet für die Dauer eines Regenschauers, führt zwanglose Gespräche oder kontroverse Diskussionen über die neueste, politische Entwicklung...
Und mitten hinein in diese etwas anarchistische, lockere und angeregte Stimmung platzt völlig unvermittelt SIE...

Zwischen zwei Paukenschlägen und einem Lichterzucken am Himmel betritt SIE meine Bar - wobei "betritt meine Bar" eine völlig unzureichende Beschreibung ihres Auftritts vermittelt.
An dieser Stelle sollte ich eventuell ein Metapher oder ein Bild zur Hilfe nehmen: Stellen Sie sich einfach vor, eine schnittige Luxusjacht läuft unter den Blicken vieler (weniger betuchter) Bootsbesitzer in einen kleinen Hafen ein.
Die männlichen Gäste unterbrechen ihre Gespräche, um einen oder zwei Blicke auf das Luxusgeschöpf zu riskieren.
Während die anwesende Frauenwelt einhellig und umgehend beschließt, den Glanz dieser "Traumfrau" zu ignorieren und sie
als im höchsten Maße dekadent oder übertrieben gestylt zu betrachten.
Denn selbstverständlich fällt der Vergleich mit dieser perfekten Göttin für keine der anderen Frauen besonders schmeichelhaft aus.
Unhörbar seufzend registriere ich, wie die Stimmung in der Bar sich verändert - eine diffuse Befangenheit, der auch ich mich nicht entziehen kann, verscheucht die Zwanglosigkeit, die uns eben noch soviel Vergnügen bereitet hat.

Die Traumfrau hingegen scheint von diesem "Klimawechsel" nichts zu bemerken.
Anmutig erklimmt sie einen der Hocker am Tresen, wobei ihr kurzer, schwarzer Rock grosszügige Blicke auf ihre makellosen Beine gewährt. Sie bestellt einen Night in Blue bei mir und beginnt, mich auf eine Weise zu mustern, die mich einschüchtert und mir unangenehm ist.
Alles an ihr - von der Frisur, bei der jedes Strähnchen trotz des Wetters an der richtigen Stelle liegt, über die Kleidung bis hin zu Schuhen und Schmuck - wirkt edel und teuer. Und unwillkürlich beginne auch ich, mich zu vergleichen, obwohl ich weiss, daß es ebenso dumm wie unnötig ist.

Nachdem die Traumfrau mich mit ihren stahlblauen Röntgenaugen bis aufs Skelett durchleuchtet hat, richtet sie mit affektierter Stimme hoheitsvoll das Wort an mich: "Kann es sein, daß wir uns kennen?", fragt sie mich und lächelt ein weißes Haifischlächeln.
Ich kann gerade noch ein "Das glaube ich kaum!" unterdrücken. Denn das würde ihr nur allzu deutlich zeigen, dass ich mir nicht vorstellen kann, in der gleichen Gesellschaftsschicht wie sie zu verkehren.
Zwar zählen auch betuchte Kunden zu meinen Gästen, aber es sind wohl eher die Halbseidenen, die Sünder oder die begabten Verrückten, mit denen ich auch ausserhalb der Bar Umgang pflege.

"Nein, ich glaube nicht, daß wir uns kennen!", sage ich daher in abgemilderter Form. Und bin etwas ratlos, wie sie überhaupt auf eine solche Idee kommen kann.
Ihr Blick irritiert mich, denn er scheint (getreu dem alten Teekessel-Spiel, das wir als Kinder gespielt haben) zu sagen: "Ich sehe etwas, das Du nicht siehst und das ist..."
Ich krame und suche in meinem Gedächtnis nach Orten oder Begebenheiten, die mich mit der Traumfrau in Verbindung bringen könnten, aber meine Gehirnzellen lassen mich im Stich.
Die Traumfrau lächelt weiter ihr perlweißes Haifischlächeln und dann wirft sie ein einziges Wort über die Theke: "St. Joseph Kloster!"

Dieses Wort schlägt auf meiner Seite des Tresens ein wie eine Granate: Plötzlich bin ich wieder vierzehn, trage die gebrauchten Kleider meiner Kusine und bin die einsamste und unglücklichste Vierzehnjährige, die man sich in einer teuren, privaten Mädchenschule nur vorstellen kann. (Noch heute ist mir unbegreiflich, was meine Eltern bewogen hat, mich auf diese Schule zu schicken).
Wie dem auch sei - es gibt diese reiche, verwöhnte Arzttochter in meiner Klasse - ein boshaftes Gör, das immer aussieht wie aus dem Ei gepellt. Ein Mädchen, das der Liebling aller Nonnen ist und mich ständig auf die gemeinste und gnadenloseste Weise mit meiner Herkunft hänselt.
Ich spüre, wie das Blut in meinen Ohren rauscht, während ich in die kalten Augen der Traumfrau starre und es mir wie Schuppen von den Augen fällt.

Ich kann die alte Ohnmacht so deutlich wie vor 36 Jahren schmecken und halte mich paralysiert an meiner Theke fest, während die Traumfrau sich an meinem Entsetzen zu waiden scheint und etwas von einem Klassentreffen faselt. Und von den Schwierigkeiten, mich ausfindig zu machen nach all der Zeit.
Dann legen ihre manikürten Finger eine Einladung auf meine Tresen, auf der ein Schwarz-weiß-Foto unserer Klasse die Zeit meiner Demütigung auf Polaroid gebannt hat.
Ich habe keine Schwierigkeiten, mich unter den ernst blickenden Mädchen auf diesem Photo ausfindig zu machen: Ich bin die, die am abwesendsten und unglücklichsten schaut.

Breiten wir den Mantel des Schweigens über den Rest der Geschichte, die mich - das muss ich zu meiner Schande gestehen - in den Grundfesten meines (normaler Weise erheblich größeren) Gleichmutes erschüttert hat. Unnötig zu sagen, daß ich die Einladung zum Klassentreffen zerissen und in den Mülleimer geworfen habe, sofort nachdem die Traumfrau meine Bar verlassen hat.
Wie heisst es noch gleich in einem meiner Lieblingsfilme :"Wir haben vielleicht mit der Vergangenheit abgeschlossen, aber die Vergangenheit nicht mit uns!"

Wollen Sie mit mir auf die Hoffnung zu trinken, daß keine weitere Heimsuchung in Form von Lehrern oder Mitschülerinnen in der Zukunft in meinem Lokal auftauchen wird?
Lassen Sie uns mit einem Night in Blue auf diesen innigsten meiner Wünsche anstoßen!
Auf Ihr Wohl - und auf meines!

IN EIGENER SACHE

IN EIGENER SACHE

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus...denn neuerdings erfreut sich die BlogBAR - auch blogübergreifend - einer ungeahnten Beliebtheit als Veranstaltungsort für aller Art Festlichkeiten...
Eine Entwicklung, die mir als der Barfrau Ihres Vertrauens natürlich schmeichelt, wie man sich unschwer vorstellen kann!
Vor einiger Zeit feierte ja Yvi bereits ihr Vierteljahrhundert bei mir und erst gestern wieder erreichte mich beispielsweise folgende Mail:



Guten Tag, werte Bardame Lulu!

Wir würden gerne eine Anfrage an die Bar richten, ob wir diese für eine Hochzeitsfeier am Freitag nutzen können.
Denn wir (die Blog.de Mitglieder Xorz1st und Tequila_Lilly ) werden dann unsere Bloghochzeit feiern und dachten an Ihre Räumlichkeiten zur Ausrichtung einer netten Feier.

Unsere Blogs sind hier und hier zu finden.

Wir würden uns unheimlich freuen, wenn Sie - als echte Partyexpertin - sich und Ihre Bar zu diesem Zweck zur Verfügung stellen würden.

Das Paar freut sich schon auf Ihre Antwort

Mit freundlichen Grüssen
Xorz1st und Tequila_Lilly
Da ich mich in erster Linie als Dienstleisterin verstehe, habe ich dieser Bitte selbstverständlich gern entsprochen.
Deshalb freue ich mich, Ihnen mitteilen zu können, daß die Hochzeitsfeier am Freitag, dem 04. August 2006 ab 14:00 Uhr in der BlogBAR stattfinden wird.
Die Festvorbereitungen laufen - nicht nur bei mir - bereits auf vollen Touren, wie man sich auf auf den Blogs der zukünftigen Eheleute überzeugen kann.

Trinken Sie mit mir auf das Gelingen dieses ereignisreichen Tages und ich hoffe, auch Sie schauen am Freitag bei uns vorbei!

DAS HOCHZEITSSPECIAL

Endlich ist es soweit: Pünktlich um 14:00 Uhr hält eine romantische, blumengeschmückte Kutsche mit zwei weissen Schimmeln vor meiner Bar. Aus dem prächtigen Gefährt schaut eine überaus glückliche, frisch verheiratete Frau zum Lokal herüber.
Änny trägt einen Traum aus weissem Tüll und ist die hübscheste Braut, die ich seit langem zu Gesicht bekommen habe...
Aber natürlich ist das Unsinn - denn wann hat die BlogBAR je schon einmal eine junge, verliebte und so hinreißende Braut gesehen?

Martin hilft ihr aus dem Fiaker und küsst seine Änny zärtlich.
Er scheint ein wenig nervös - wie das eben bei frischgebackenen Ehemännern so ist. Auch er macht eine gute Figur in seinem klassischen, schwarzen Anzug, der fast schon als Smoking durchgeht und seiner Erscheinung einen überaus gediegenen Touch verleiht.

Sekt, Champagner und Planters Punch stehen vorbereitet auf der Theke, damit das junge Paar seine Gäste gebührend empfangen kann.


sekt


Eine kleine Weile habe auch ich Zeit, Martin und Änny zu gratulieren und mit ihnen den Ablauf der Feier durchzusprechen.
Aber dann strömen mehr und mehr Feierwillige herein, die den Frischvermählten gratulieren und ihnen ein Hochzeitsgeschenk überreichen wollen.
Auf dem eigens vorbereiteten Geschenketisch stapeln sich inzwischen glitzernde Geschenkpäckchen, bunte Kuverts und Arrangements aus goldenen und silbernen Ballons, die alle möglichen Präsente im heliumgefüllten Bauch beherbergen.

Man unterhält sich, lacht, trinkt Sekt und es herrscht eine gelöste, freudige Stimmung. Eine Atmosphäre, die ich gern unterstütze, indem ich das umfangreiche Buffet aus kalten und warmen Speisen für eröffnet erkläre.
An dieser Stelle muß ich dem Catering-Service - der mir viele der Vorbereitungen abgenommen hat - ein großes Lob aussprechen.
Sie haben den Raum zu meiner großen Zufriedenheit hergerichtet. Das Ambiente könnte nicht perfekter sein und die BlogBar wirkt - darüber bin ich selbst erstaunt - durch die raffinierte Gestaltung viel grösser als sonst.


die-bloghochzeit


Und auch das Personal, dass mir zur Seite steht, um das große Ereignis reibunglos über die Bühne zu bringen, ist umsichtig, zuvorkommend und äußerst professionell.


service


Nach ausgiebiger Völlerei mit zahlreichen Unterbrechungen durch hochzeitsübliche Spiele (der Bräutigam muss mit verbundenen Augen Rosen finden, die im Raum verteilt sind während die Braut ihn durch Zurufe in die richtige Richtung dirigiert oder die "Reise nach Jerusalem"), ist es später Nachmittag, als die Brautleute gemeinsam - unter großem Applaus aller Umstehenden - die Hochzeitstorte anschneiden.


hochzeitstorte-anschneiden


Dann werden die Lichter im Raum gelöscht, damit das besondere Highlight dieses Nachmittages - eine Auswahl der leckersten Kuchen mit Tischfeuerwerk - auch gebührend zur Geltung kommt.


tischfeuerwerk


Am Abend gibt es zwei ganz besondere Attraktionen: Aladin und Fatima.
Die Bauchtänzerin Fatima ist eine rassige Ägypterin, die mit ihrer Tanzeinlage und ihrer perfekten Bühnenpräsenz alle Anwesenden entzückt und begeistert.
Sie wirbelt über die Bühne und präsentiert zu arabischen Klängen eine leidenschaftliche und hinreißende Show.


fatima



Der Zauberer, Fakir und Illusionist Aladin macht seinem Namen alle Ehre und verblüfft die Zuschauer mit magischen, erstaunlichen und völlig unglaublichen Tricks. Auch er ist - wie Fatima - ein echter Profi und fesselt das Publilum mit seiner außergewöhnlichen Bühnenshow.


aladin


Für den anschließenden Liveact habe ich zu meiner großen Freude IHN überreden können, mit seiner Band in der BlogBAR aufzutreten.
Nicht nur die Gäste genießen dieses spezielle, professionelle Jazzvergnügen, sondern auch ich - denn in letzter Zeit hat sich Raoul leider ziemlich rar gemacht.


der-saxophonist1


Das Fest dauert bis tief in die Nacht und endet mit einem explosiven Feuerwerk, das sich die Gäste draußen vor der BlogBar ansehen. Mit leuchtenden Augen entschwindet das Brautpaar schließlich unter großem Jubel in der Nacht.


feuerwerk


Nach den gröbsten Aufräumarbeiten lehne ich mich entspannt zurück und genieße meinen Red Lion.
Stoßen Sie mit mir an auf diese überaus strapaziöse aber dennoch gelungene Hochzeitsfeier.

Cheers!

Der Aufschneider

Nachdem nun die fiktiven Feierlichkeiten der Bloghochzeit - einer ebenso amüsanten wie spannenden Herausforderung - hinter mir liegen, kann ich mich getrost wieder meinem normalen Barbetrieb und damit meinem Bar-Tagebuch zuwenden.
Die Geschichte, die ich Ihnen als nächste erzählen will, handelt von einem Gast, den ich den Aufschneider nenne.
(Und ich hoffe, Sie verzeihen mir, daß ich Sie so lange darauf warten ließ).

Wenn man IHM glaubt, ist er ein Tausendsassa: Mit allen Wassern gewaschen, auf allen Sätteln geritten.
Wenn ich seinen Geschichten zuhöre - mich einlasse auf jede Fata Morgana, die er vor meinen Augen erschafft - also, wenn ich einmal ausblende, wie sehr er sich bemüht, seine eigene Bedeutungslosigkeit aufzupolieren, selbst DANN trägt er für meinen Geschmack einfach viel zu dick auf.
Außerdem haben seine Lügen kurze Beine - die Barfrau Lulu aber ein Gedächtnis wie ein Elefant. Schon von Berufs wegen, meine ich.
Mein Service wäre kein Service, ließe mein Gedächtnis mich im Stich.
Die Bar lebt davon, dass ich weíß, welcher meiner Gäste was, wann und wieviel davon trinkt. Und da ich mich darüber hinaus auch für die Geschichten meiner Gäste interessiere, bemerke ich natürlich, dass das, was der Tausendsassa mir letzte Woche am Tresen erzählte, heute völlig anders klingt als beim letzten Mal.

Sein Leben scheint ein einzige Superlative: Angefangen von seinem atemberaubenden Werdegang über die exotischsten Hobbies bis zum extravaganten Lebensstil.
Nur, daß ich von dieser angeblichen Extravaganz nie etwas zu sehen bekomme. Denn während er prahlt und angibt, hält er sich den ganzen Abend über an EINEM Paris Opera fest.
Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, es geht nicht darum, daß er Dutzende von Cocktails in sich hineinschütten müßte, damit für mich die Rechnung stimmt. So angewiesen, wie er sich gerne einbildet, bin ich nämlich auf die lächerlichen dreißig Cent Trinkgeld, die er mir großzügiger Weise gibt, nun wirklich nicht.

Ich sei heute ziemlich ärgerlich, vermuten Sie, lieber Leser?
Sie haben Recht, das BIN ich in der Tat. Obwohl ich doch weiss, wie sinnlos es ist, wütend über den Aufschneider zu sein.
Denn wenn ich versuche, Ihnen und auch mir selbst Rechenschaft darüber abzulegen, WORÜBER ich mich wirklich aufrege, komme ich zu dem ebenso einfachen wie unangenehmen Schluß: In Wahrheit ärgere ich mich über mich selbst! Und über meine Unfähigkeit, diesem Hans-Dampf-in-allen-Gassen lächelnd ins Gesicht zu sehen und zu sagen, was mir seit langem auf der Zunge liegt.
Einmal nur möchte ich den Satz über meine Lippen bringen, der lautet: "Sie werden es mir vielleicht übel nehmen, aber ich glaube Ihnen kein einziges Wort!"

Wozu die Mühe? werden Sie sich fragen. Warum ist die Barfrau mit einem Male päpstlicher als der Papst?
Warum sieht sie sich genötigt, einen - wie sie selbst sagt - bedeutungslosen Zeitgenossen mit ihrer schonungsloser Offenheit zu kontrontieren, wo sie doch täglich mit den absonderlichsten Kunden zu tun hat?

Ich weiß nicht, ob die Antwort Sie wirklich befriedigen wird, dennoch will ich versuchen, Ihnen eine zu geben - obwohl ich nicht sicher bin, ob es die Ultima ratio ist: Ich würde mich schlicht und ergreifend BESSER fühlen, einem so unverfrorenen und dreisten Lügener einmal Paroli geboten zu haben und ihn ein für alle Mal von dem Glauben zu befreien, daß Jede(r) seine Geschichten für bare Münze nimmt.

Da ich mich jedoch (zumindest in absehbarer Zeit) nicht dazu werde durchringen können, einen (wie auch immer gearteten) Gast vor den Kopf zu stoßen, trinken Sie einen Paris Opera auf mich und wünschen Sie mir "Gute Besserung!" für meine vorübergehende Unleidlichkeit.

PINA COLADA ODER: LULUS HEIMLICHE SEHNSUCHT

Vielleicht ist es unklug, die Story gleich mit einem abgegriffenen Klischee zu beginnen...
Aber in diesem Fall fällt mir kein anderes Bild dazu ein: Ben, der Mann, von dem hier die Rede ist, gleicht einem streunenden Kater.
Der Himmel weiß, wo er sich wochenlang herumtreibt und wie lange er fortbleiben wird - aber Eines ist sicher: Irgendwann taucht er ganz unvermittelt auf und fordert meine gesamte Aufmerksamkeit.
Er weiss nur zu gut, daß ich gegenüber seinem Charme machtlos bin und ihm - so lange er nur bleiben will - ein warmes Plätzchen offerieren werde.
Natürlich hinkt mein Vergleich ein bisschen und es wird wahrscheinlich Proteste von der männlichen Leserschaft hageln. Deshalb will ich diesmal eher auf die Frauen zählen, die mich ganz sicher verstehen!

Ich würde gern mit dem Anfang beginnen, was mich allerdings vor die Schwierigkeit stellt, dass ich nicht wirklich weiss, WANN das mit Ben wirklich begann. Und ob es so etwas wie einen finalen Startschuss gab.
Es schien mir eher so, als wäre ich urplötzlich und irgendwie mittendrin gewesen...
Sehen Sie, so geht es mir immer, wenn ich von diesem Herumtreiber erzählen will - jedes Mal verliere ich den Faden! Aber DAS ist wohl symptomatisch für die ganze Geschichte und Ben ist wohl nicht ganz unschuldig daran.

Es muß im Sommer - vor zwei Jahren - gewesen sein, als Ben zum ersten Mal in der BlogBAR auftauchte; ein großer, gutausehender und verwegen wirkender Mann, den es auf einer seiner vielen Reisen rund um den Globus auch für ein paar Tage in meine Stadt verschlagen hatte.
Er setzte sich zu mir an den Tresen und bat mich, seine Reisetasche für eine Weile sicher zu verwahren. Dass er mich dabei aus klugen, stahlblauen Augen forschend und auch ein wenig wohlgefällig betrachtete, ließ - daran erinnere ich mich sehr genau - mein Herz laut und stürmisch klopfen.
Wir unterhielten uns - das heisst: Er unterhielt mich mit kurzweiligen und interessanten Reisegeschichten - und tranken einige Cocktails, bis Ben aufbrach, um sich ein Quartier für die Nacht zu suchen.
Später am Abend kam er noch einmal vorbei, um mir - bei weiteren Cocktails und weiteren Episoden aus seinem Leben - von seiner erfolglosen Suche zu berichten.

Sie mögen mich vielleicht für leichtsinnig, für naiv oder ein wenig weltfremd halten, denn wieso - so fragen Sie sich sicher und scheinbar mit Recht - konnte der Mann in einer Großstadt keinen Platz zum Schlafen finden?
In jenem Jahr - das muss ich zu Bens Ehrenrettung sagen - waren aufgrund eines großen Ereignisses in der Stadt (und aus verständlichen Gründen gehe ich jetzt nicht ins Detail) tatsächlich sämtliche Hotels bis aufs letzte Zimmer ausgebucht.
Und ich glaubte Ben ohne Vorbehalte, daß er sein Möglichstes getan hatte, bevor er sich entschloß, mich um Hilfe zu bitten.

Normaler Weise - das ist meine eherne Regel - lade ich niemals völlig Fremde (und erst recht nicht Gäste) in meine Wohnung ein.
Aber in diesem Fall war ich - was ich bis heute nicht bedauere - sehr bereit, eine Ausnahme zu machen.
Und ja, in dieser Nacht mit Ben kam es auch zu dem, was Sie bereits vermuten werden. Es war eine Nacht, die meine kühnsten und wildesten Träume übertraf; die schönste, die ich je mit einem Mann verbracht habe...
Und ihr folgten noch drei weitere, unglaubliche und leidenschaftliche Nächte...
Ich weiß nicht, ob Sie dieses Gefühl kennen: Sie treffen auf Jemanden und schon nach kurzer Zeit mit diesem "Fremden" fühlt es sich an, als würde man einander schon seit Ewigkeiten kennen. So ging es mir mit Ben.

Trotz dieser Seelenverwandtschaft ist Ben keine konstante oder kalkulierbare "Grösse" in meinem Leben geworden. Obwohl er eine wichtige Rolle für mich spielt.
Er ist eben - neben all den schmeichelhaften Attributen (wie gutem Aussehen, Intelligenz, Humor und Charme), die ich ihm zuordne - ein unsteter und abenteuerlustiger Zeitgenosse, den es immer wieder in die Welt hinauszieht. Wer bin ich, ihn ändern zu wollen?
Bisher bittet er mich (in unregelmäßigen Abständen) noch immer vergeblich, seine Art Leben mit ihm zu teilen. Und malt mir unsere gemeinsamen Reisen dabei in den glühendsten Farben aus. Während ich versuche, ihm begreiflich zu machen, wie wichtig ein wirkliches Zuhause und meine Arbeit für mich sind.
Sollte ich allerdings wirklich jemals den Wunsch verspüren, die Bar aufzugeben, dann täte ich es vermutlich wegen Ben.

Doch bis es vielleicht irgendwann einmal soweit ist, bleibt mir nur, mit Ihnen auf Ben anzustoßen.
Auf Dich, Ben, wo auch immer Du gerade bist!

ORGASMUS ODER: DIE SUCHT NACH DEM NERVENKITZEL

ORGASMUS ODER: DIE SUCHT NACH DEM NERVENKITZEL

Bevor wir uns dieser Geschichte zuwenden können, muss die Barfrau Ihres Vertrauens (abgesehen von den täglichen Vorbereitungen im Lokal) noch Einiges erledigen. Seit meinem Bandscheibenvorfall erhielt ich von ärztlicher Seite die dringende Empfehlung, mich - zwecks Stärkung der Rückenmuskulatur - mindestens eine Stunde pro Tag sportlich zu betätigen und 20 kg abzunehmen, ein wenig Gewicht zu reduzieren.
Und da ich von Natur aus ein zähes Biest und furchtbar ehrgeizig durchaus motiviert bin, sind fünf Kilo Gottseidank bereits geschafft!
Vorerst bleibt mir deshalb nichts anderes übrig, als Sie, verehrte Leser, meine leckeren Cocktails alleine genießen zu lassen und mein tägliches Fitnessprogramm unter großem Gejammer und Gefluche hinter mich zu bringen anzutreten.

Bis später!

Here we go again:

Isabella Wüsten ist die Gattin eines bekannten und angesehenen Schönheitschirurgen - eine gutaussehende Frau in den Vierzigern, die vermutlich ihren Mann selbst schon des Öfteren konsultierte. Ihr Gesicht ist auffallend straff und ohne eine einzige Falte, ihre Figur ebenso makellos wie fitnessgestählt. Ihre Frisur, ihre Kleidung und ihr Schmuck wirken stilsicher und teuer - sehr, sehr teuer. Isabella Wüsten scheint darüber hinaus über viel freie Zeit zu verfügen, wie sich aus ihren Barbesuchen zu den unterschiedlichsten Tag- und Nachtzeiten schließen läßt. Und sie hätte sicher auch die finanziellen Mittel, um diese Zeit sinnvoller zu verbringen als bei mir. Aber offenbar zieht es sie immer wieder in mein Lokal.
Beispielsweise war der dunkelgrüne Jaguar, den sie fährt, ein Geburtstagsgeschenk ihres Gatten, wie sie mir gegenüber einmal erwähnte. Was mir ein Indiz dafür zu sein scheint, daß ihr Ehemann seiner Frau gegenüber mehr als großzügig ist.
Dennoch (und das erstaunt mich nicht wenig) wirkt Frau Wüsten wie eine zutiefst unglückliche Frau.
Natürlich kann ich nicht hinter die Kulissen schauen. Vielleicht gärt und brodelt es hinter der Fassade. Ich bin nicht so naiv, anzunehmen, Geld wäre die Basis für das Gelingen einer Ehe.
Es geht mir bei der Betonung des finanziellen Wohlstandes aber auch eher um den Einstieg zu einem umfassenden Verständnis von Frau Wüstens nicht gerade unbeträchtlichem Problem.

Es ist vier Uhr morgens und Frau Wüsten hat ihren (der Leser möge mir das schlüpfrige Wortspiel verzeihen, aber ich kann nichts dafür, dass die Dame gerade diesen Cocktail bevorzugt) vierten Orgasmus in kurzer Folge. Sie wirkt nicht betrunken - höchstens ein wenig angeheitert - trotzdem mache ich mir Sorgen um sie. Wenn auch weniger um ihre körperliche, als eher um ihre seelische Verfassung.
Da alle Gäste außer ihr bereits gegangen sind, würde ich das Lokal gern etwas früher schließen, doch Frau Wüsten sieht nicht so aus, als wolle sie heim. Sie hat hektische, rote Flecken im Gesicht und als ich ihr den fünften Orgasmus serviere, sieht sie mich mit verzweifeltem Gesichtsausdruck direkt an. "Ich bin ein schlechter Mensch, Lulu!", sagt sie leise.

Wir sind einander bis heute nie nah gekommen und ich weiß nicht recht, wie ich mit der Aussicht auf ein Geständnis dieser bisher so kühlen und reservierten Dame umgehen soll.
Einerseits möchte ich meiner Müdigkeit und dem verständlichen Wunsch, endlich zu schließen, liebend gern nachgeben. Andererseits spüre ich instinktiv, daß ich mit meiner Weigerung, auf sie einzugehen, Frau Wüsten einen Schritt weiter auf einen Abgrund zutreiben würde, vor dem sie offensichtlich gerade steht.
"Wenn Sie sich einen Moment gedulden, schließe ich jetzt die Bar und koche uns einen leckeren, starken Kaffee. Dann können Sie mir in Ruhe von Ihrem Problem erzählen!", biete ich ihr deshalb an und sie nickt.
"Wird Ihr Mann nicht krank sein vor Sorge um Sie?", frage ich Frau Wüsten etwas später. Sie winkt müde ab. "Er ist für drei Tage auf einem Ärztekongress und würde mich um diese Uhrzeit niemals anrufen!"

Um Viertel vor fünf sitzen wir bei frisch gebrühten Kaffee an einem der Tische und Frau Wüsten beginnt - zunächst noch stockend - von ihrem gestrigen Tag zu erzählen, wobei ihr deutlich anzusehen ist, wie sehr sie sich schämt.
Aber da ich sie zum Erzählen ermutige und anscheinend im Augenblick die EInzige bin, die ihr zuhört, ohne ein Urteil zu fällen, sprudeln die Ereignisse nach einer Weile nur so aus ihr heraus.
Im Verlaufe dieses frühen Morgens erfahre ich schließlich, daß Frau Wüsten eine Kleptomanin ist. Seit Jahren bereits leidet sie unter dem Zwang, in Kaufhäusern, Boutiquen und selbst in Lebensmittelgeschäften etwas "mitgehen zu lassen", ohne dass dafür eine finanzielle Notwendigkeit besteht.

"Wenn ich ein bestimmtes Kaufhaus betrete", sagt Frau Wüsten und wagt dabei nicht, mich anzusehen, "fühle ich mich wie angetrieben, zwischen den Warentischen und Regalen herumzulaufen. Ich spüre eine große, fast unerträgliche Unruhe und Anspannung in meinem Körper, bis schließlich so etwas wie eine Art Kurzschluß über mich kommt. Ohne erkennbaren Anlaß sehe ich irgendeinen albernen und unwichtigen Gegenstand, der zu mir zu sagen scheint: Nimm`mich mit!"

Frau Wüsten seufzt und nippt an ihrem Kaffee. "Ich laufe an dem Gegenstand vorbei, lege ihn weg, betrachte ihn wieder, lege ihn weg. So geht das eine Weile, bis das Getriebensein so stark wird, daß ich den Gegenstand schließlich einstecken muss!
Heute Nachmittag ging es mir wieder so und ich betrat eine Boutique. Es war nur eine Verkäuferin im Laden, die mich sehr freundlich und zuvorkommend bediente und mir einige Teile zum Anprobieren mit in die Kabine gab. Ich versteckte eine zusammengefaltete Bluse unter meinen Blazer und trat aus der Kabine. Als ich das Geschäft verlassen wollte, sah mich die Verkäuferin kalt an und fragte: „Wo ist die Bluse, die Sie anprobiert haben?"
Voller Scham stand ich an der Kasse, während die Verkäuferin mich anschrie: "Wie können Sie so etwas nur tun? Sie sind eine schäbige Diebin! Ich stehe hier von neun bis achtzehn Uhr und trage vorher noch Zeitungen aus, weil das Geld nicht reicht. Wenn im Laden etwas fehlt, muss ich es ersetzen. Und Sie, Sie schlendern hier einfach herein, sehen so gepflegt und teuer aus und bestehlen mich, obwohl Sie es, weiß Gott, nicht nötig haben! Ich verachte Sie zutiefst! Soll ich die Polizei rufen?“
Sie tobte und schrie und ich zitterte und weinte vor Scham und schlechtem Gewissen!"

Frau Wüsten wischt sich die Tränen ab, ich schenke ihr schweigend Kaffee nach und sie erzählt die Geschichte zu Ende: "Die Verkäuferin hat die Polizei nicht gerufen. Ich habe sie angefleht und gebettelt, es nicht zu tun und sie hat mich aus dem Geschäft gejagt und mir geraten, mich ja nie wieder bei ihr blicken zu lassen. Es ist jetzt schon das vierte Mal, daß ich erwischt worden bin! Meine Mann hat es bisher geschafft, die anderen Fälle unter der Hand zu regeln, der Himmel weiss wie, aber er hat es geschafft! Aber Sie können sich sicher vorstellen, daß er keinerlei Verständnis für mein Stehlen hat. Er ist in erster Linie natürlich um seinen guten Ruf besorgt - wer könnte es ihm verdenken? Und er will, daß ich mich endlich in psychologische Behandlung begebe. Was denken Sie, was ich tun soll, Lulu?"
Natürlich bin ich keine Therapeutin, aber mein gesunder Menschenverstand rät mir, Frau Wüsten die Konsequenzen ihrer Sucht noch einmal deutlich vor Augen zu führen und die Meinung ihres Mannes dahingehend zu bekräftigen, dass sie gewiss in große Schwierigkeiten geraten wird, wenn sie auch in Zukunft therapeutische Hilfe verweigert.

Um etwa halb sieben ist Frau Wüsten körperlich wie seelisch soweit wieder hergestellt, daß sie sich auf den Heimweg machen kann. Ich dränge darauf, daß sie die Jaguarschlüssel bei mir läßt und bestelle ihr ein Taxi. Sie bedankt sich ebenso herzlich wie überschwänglich und winkt mir von draußen noch einmal zu.
Erst beim Aufräumen bemerke ich, daß ein Aschenbecher und eine Vase auf dem Tisch fehlen, an dem Frau Wüsten gesessen hat. Im gegensatz zum Discotheken Blogger bekomme ich meinen Orgasmus nur im Bett.

Sex on the Beach

SEX ON THE BEACH ODER: MÜSSIGGANG UND STÖCKCHENKLAU

Nachdem ich mich auf leisen Sohlen zu meinem Kurzurlaub davongeschlichen habe, fällt es mir noch ein wenig schwer, zu den Anforderungen meines Barlebens zurückzukehren...

Reisen bildet ja bekanntlich, auch wenn ich meinen Impressionen in der Ewigen Stadt eine ganz eigene "Bildungstour" hinzugefügt habe, die wohl eher meiner beruflichen Weiterbildung zuzuordnen ist.
Doch Rom zeigt sich schließlich (auch) als wahre Fundgrube für erstklassige Cocktailbars, Crêperien, Weinstuben und Jazzkeller - deshalb konnte ich der Versuchung nicht widerstehen.
Und die Zeta Lounge Bar ist wohl unvergleichlich, denn hier gerät - das muss ich leider sagen - selbst eine versierte Barfrau wie ich ins Schwärmen, was Ausstattung, Service und die Fingerfertigkeit der Barkeeper anbetrifft.
(Wenn Sie bis zum Ende der Seite herunterscrollen, ist das kleine Video dort - Guarda il Promo - dafür eindeutiger Beweis).

Wie gerne nur würde ich meine Seele noch ein wenig länger baumeln lassen und im süßen Nichtstun schwelgen.
Doch müsste ich wohl fürchten, daß Sie, verehrte Leser, es mir arg verübelten, wenn ich im Müßiggang verharrte, von dem man behauptet, dass er "aller Laster Anfang" sei.
Noch fühle ich - und ich hoffe, daß Sie mir verzeihen - wenig Bereitschaft, zu den Absonderlichkeiten und Verrücktheiten meiner Gäste zurückzukehren.
Deshalb stehe ich heute ein wenig lustlos und träge in der Bar.
Und wünsche mir seufzend, dass die Welt sich wenigstens einen Tag länger ganz allein um mich drehen soll.
(Nicht, daß sie es wirklich jemals täte, doch meine kleine Alltagsflucht verschaffte mir zumindest vorübergehend dieses Gefühl).

Um Sie, verehrter Leser, nun nicht vollends zu enttäuschen und Ihnen zumindest ein wenig Lesestoff zu bieten, habe ich mir beim morgendlichen Lesen meiner "Pflichtlektüren" hier einen dreisten Stöckchenklau erlaubt.
Vielleicht mögen Sie ja nach all den Geständnissen meiner Gäste auch einmal einige der Barfrau lesen und betrachten diesen Einblick in Lulus "dunkle Seite" zumindest heute als adäquaten Ersatz zu den sonst üblichen Bar-Geschichten.


Ich gestehe:

- dass ich "Blog-Stöckchen" liebe, auch wenn sie meist ziemlich dämlich und nichtssagend sind.

- dass ich mit meinen Bargeschichten gerne reich und berühmt werden möchte.
Bitte verlegt endlich dieses "wundervolle und völlig andere Cocktailrezept-Buch"!

- dass ich als Kind beim Zündeln mit Streichhölzern die gesamte Wiese eines Bauern abgefackelt habe und somit Mörderin Tausender von Kleinstlebewesen bin.

- dass ich in meiner Jugend nicht nur bildhübsch, sondern auch ein herzloses Biest war, dessen Weg eine Zeitlang Dutzende gebrochener Männerherzen pflasterten.

- dass ich auch heutzutage noch gelegentlich meine (Restbestände an) Attraktivität einsetze, wenn ich meinen Willen durchsetzen will.

- dass ich einmal einem untreuen Geliebten im Lokal einen Maßkrug voll Bier über den Kopf geschüttet habe, was alle Anwesenden (mit Ausnahme von IHM) sehr erheiterte.

- dass ich mir auf meine Kreativität und meine Intelligenz eine Menge einbilde - besonders dann, wenn ich es auf geschickte Art (und vielleicht erst Jahre später) Leuten heimzahle, die mir ein Unrecht angetan haben.

- dass ich sehr nachtragend bin.

- dass ich meinem bösen Nachbarn die Pestilenz an den Hals oder alternativ ein baldiges Ableben wünsche.

- dass ich ab und zu lüge und man somit zwar vermuten, aber nicht zweifelsfrei wissen kann, dass es sich um echte Geständnisse handelt.
Wenn Sie sich an dieser Stelle von der quälenden Beichte der (nun möglicherweise ehemaligen) Barfrau Ihres Vertrauens erholen wollen, tun Sie es vielleicht bei diesem Klassiker.

Cheers!


Sex on the Beach
Der absolute Renner in sämtlichen Bars. Karibik-Feeling!

sex-on-the-beach

Zutaten
3cl Pfirsichlikör
3cl Wodka
6cl Preiselbeernektar (o. jeweils 3cl Orangensaft und Kirschsaft)
6cl Ananassaft

Anleitung
Geben Sie alle Zutaten zusammen mit Eis in einen Shaker und schütteln alles kräftig durch. Gießen Sie den Cocktail in ein Longdrinkglas mit Eis.

HEMBADOO SPECIAL ODER: ES KANN DER FRÖMMSTE NICHT IN FRIEDEN LEBEN...

Ich bin ganz sicher nicht der Frömmste und habe auch keinerlei Ehrgeiz, es zu werden. Dennoch lebe ich gern in Frieden, während ich meinem täglichen Geschäft nachgehe, Kunden bediene und Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen pflege.

Selbstverständlich - so werden Sie mir (in weiser Voraussicht) schon an dieser Stelle zu bedenken geben, weil Sie bereits ahnen, wohin ich unser Boot steuern will - gehört zum Licht auch Schatten. Er ist ebenso natürlich und vorhersehbar wie auf die Nacht der Morgen folgt.
Ich gebe Ihnen Recht und doch...hoffe ich, dass Sie mir gestatten werden, meinem mitunter etwas naiven Wunschdenken Ausdruck zu verleihen: Gäbe es Paul Petersen nicht, wäre mein Leben leichter.

Eigentlich ist Paul Petersen mit 45 zu jung, um als Misanthrop durch die Welt zu gehen.
Aber vielleicht liegt diesem Gedanken meine eigene, betriebsbedingte, zu eingeschränkte Sicht auf die Welt zugrunde, wenn ich bisher davon ausging, Misanthropen müssten verbitterte, alte Menschen sein; Zeitgenossen, die ein gerüttelt Maß an schlechten Erfahrungen und Schicksalsschlägen auf ihrem Buckel schleppen. Und deshalb Alle verabscheuen, denen das Schicksal weniger übel mitgespielt hat.

Paul Petersen jedenfalls ist das beste (oder schlechteste) Beispiel dafür, dass Menschenfeindlichkeit, Verbitterung und Zynismus nicht notwendiger Weise mit Alter, Erfolglosigkeit oder Heimsuchungen des Schicksals Hand in Hand gehen müssen.
Denn ER ist ein normal großer, normal gewichtiger, normal aussehender und äußerst erfolgreicher Architekt mit eigenem Penthouse und viel freier Zeit, die er mit einem jungen, blonden Modell für Unterwäsche verbringt.
(Wenn er und das Modell nicht gerade Streit haben und Fräulein Mieder sich in meiner Bar betrinkt).

Besagte brandneue und blonde, puppenhafte Freizeitgespielin nämlich sitzt oft und gern bis in die späte Nacht bei mir, um sich an meiner Theke über Paul Petersens Gefühlskälte, seine krankhafte Eifersucht und seinen Hang zu Verbalattacken auszuweinen. Was sicher der Grund dafür ist, daß mein Lokal auf Paul Petersen (ungeachtet der Tatsache, wieviel Zeit er bereits selbst an meiner Theke verbracht hat) seit neuestem wirkt wie das rote Tuch auf den Stier.
Ich nenne Paul Petersen heimlich nur Puschenpaule und nachfolgend der Einfachheit halber einfach PP, weil er (aus mir unbegreiflichen Gründen) stets in ausgelatschten Lederpantoffeln meine Bar betritt. Er tut dies vorzugsweise dann, wenn der Laden brummt, um seine Geliebte unter den Augen möglichst vieler Gäste und unter großem Geschrei (von beiden Seiten) nach Hause zu zerren.

Fragen Sie mich bitte nicht, weshalb ich dem Paar bisher noch kein Lokalverbot erteilt habe - ich weiß es selbst nicht genau.
Grund genug dazu hätte ich sicher: PP`s großer Zorn auf die Trinkgewohnheiten des Wäschemodells nämlich führen (in letzter Konsequenz) dazu, dass ich PP`s wegen inzwischen öfter mit dem Ordnungsamt zu tun habe. Denn PP ist nicht nur ein Misanthrop sondern auch ein Denunziant. Warum er allerdings seinen Unmut auf mein Lokal richtet, anstatt am häuslichen Frieden mit seiner Freundin zu arbeiten, ist mir nach wie vor rätselhaft.

Falls es mir heute nicht gelungen sein sollte, die Beschreibung von PP`s Charakter wirklich auf den Punkt zu bringen, liegt es vermutlich daran, daß ich eigentlich nicht über ihn schreiben will.
Was der geneigte Leser mir hoffentlich nachsehen wird.
Schon der Vollständigkeit halber sollte PP samt Wäschemodell in meiner Tagebuch-Sammlung kurioser Barbesucher nicht fehlen. Weshalb ich dann doch das ein oder andere Wort über Beide verloren habe.

Trotzdem will ich es - Ihr Einverständnis vorausgesetzt - bei einem flüchtigen Blick auf diesen Misanthropen belassen, der nicht nur mir bisweilen die Freude am Leben vergällt.

Weshalb ich mir heute erlaube, mit einem maledivischen Cocktail, dem HEMBADOO SPECIAL, auf mein eigenes Wohl zu trinken.
Wenn Sie mit mir zur Abwechslung einmal auf eine bisweilen geplagte Barfrau anstoßen möchten, verrate ich Ihnen dazu gern das Rezept dieses himmlischen Getränks!


Hembadoo Special

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Zutaten
4 cl Gin
4 cl Bacardi gold oder braun
4 cl Vodka
1 cl Grenadine Sirup
12 cl Ananassaft
gestoßenes Eis

Anleitung
Gin, Bacardi und Wodka mit gestoßenem Eis shaken und in ein halbvolles Glas mit gestoßenem Eis füllen, 2-3 Spritzer Grenadine Sirup zugeben und vorsichtig mit dem Ananassaft auffüllen.

Das Glas mit einer Orangenscheibe verzieren.

Schweigen der Lämmer

IRISH HIGHBALL ODER: DAS SCHATTENPAAR

Sicherlich ist Ihnen das auch schon einmal begegnet: Sie sitzen
im Restaurant oder in einer Kneipe und genau gegenüber hockt ein Pärchen, dass sich anscheinend nichts mehr zu sagen hat.
"Im Zweifelsfalle für die Angeklagten", werden Sie mir entgegnen.
Und mutmaßen, es handele sich dabei um einen Austausch der nonverbalen Art.
"Es soll ja schon mal vorkommen", höre ich Sie sagen, "dass Menschen einander auch schweigend verstehen!"
Ich widerspreche Ihnen ungern. Dennoch möchte ich Sie bitten, noch einmal (und diesmal genauer) hinzuschauen, während wir über unser Paar spekulieren.

Glauben Sie mir, das ist kein stilles, harmonisches Einverständnis, das dort mit zwei Menschen am Ecktisch sitzt.
Der Gast, dem die Beiden widerspruchslos den freien Stuhl überlassen haben, heisst EINSAMKEIT.
Heute ist es sehr ruhig in der Bar - wie immer um diese Zeit an Wochentagen. Schon deshalb habe ich bereits seit zwei Stunden die Muße, das traurige Bild in aller Ruhe auf mich wirken zu lassen.
Aber ich gebe auch zu: Wider Willen bin ich auf eine morbide Weise von der Situation fasziniert.
Und da die Beiden nicht weit entfernt von meiner Theke sitzen, ist es ein Leichtes, mitanzuhören, wie wenige (erschreckend banale) Sätze sie im Verlauf dieser Zeit wechseln:


ER: "Der Irish Highball schmeckt hervorragend, findest Du nicht?"
SIE: "Ja, Schatz!"
ER (eine halbe Stunde später): "Wir sollten vielleicht öfter herkommen, findest Du nicht?"
Sie: "Gute Idee, Schatz!"
SIE (kurze Zeit darauf): "Wir könnten doch immer dienstags herkommen, da scheint es hier ruhig zu sein!"
ER (nach gründlichem Nachdenken): "Ja, vielleicht!"
Wie ich bereits eingangs sagte: Wir spekulieren nur, richtig?
Weshalb wir auch davon ausgehen können, daß es vielerlei Gründe für die Sprachlosigkeit unseres Pärchens gibt.
Lassen Sie uns - allein schon um das bedrückende Thema mit etwas (galligem) Humor zu würzen - ein wenig phantasieren, woran das grosse Schweigen liegen mag:

1. Beide sind Patienten einer psychiatrischen Klinik und stehen unter Valium. (Gut, ich gebe zu, diese Idee ist vielleicht etwas geschmacklos und selbstverständlich will ich keine dummen Witze auf Kosten Kranker macher. Also streichen wir die Idee mit dem Valium).

2. Beide sind von Natur aus eher introvertiert und teilen sich nicht gern mit - außer im Notfall: "Du, Schatz, ich glaube, unser Haus brennt gerade!"

3. Sie führen seit langem eine Ehe und scheuen die teure Scheidung. In diesem Fall wird auch (um die emotionalen Kosten zu senken) die Kommunikation auf ein Minimum beschränkt.

4. Er hat bereits eine andere Geliebte, weiss aber noch nicht, wie er den Absprung nach langjähriger Beziehung schaffen soll.

5. Sie hat bereits einen anderen Geliebten, weiss aber noch nicht, wie sie es IHM schonend beibringen soll. Deshalb schweigt sie sich vorerst aus - schon um IHN nicht zu verletzen.

6. Die Beiden sind überhaupt kein Paar sondern Arbeitskollegen. Gegen diese Theorie allerdings spricht der Gebrauch des Wortes "Schatz".

Wie immer die Gründe lauten mögen, die unser Schattenpaar zum Stummsein verdammen - Ihnen und mir bleibt nichts übrig, als unserem Pärchen eine baldige Genesung zu wünschen, was wir vielleicht an dieser Stelle mit einem leckeren Irish Highball tun sollten. Darum also hier das Rezept!


Irish Highball
Interessante Mischung, die whiskeyliebende Geschmäcker sehr erfreuen wird.

irish_highball

Zutaten
6cl Whiskey
2cl Limettensaft
Soda

Anleitung
Vorzugsweise irischen Whiskey verwenden.
Den Whiskey zusammen mit dem Limettensaft in einem Shaker schütteln und anschließend auf Eiswürfel in ein Longdrinkglas geben. Mit Soda auffüllen.

IMAGIN LA FEÉ ODER: ATEMLOS

IMAGIN LA FEÉ ODER: ATEMLOS

Den Cocktail gibt es diesmal schon im Voraus, die hübsche Geschichte später - nach dem Fußballspiel!...

...Here we go again:

Sie ist jung. Sie sieht umwerfend aus mit ihren 180 cm, ihrer Modellfigur und ihrer knallroten, langen Mähne.
Sie ist erfrischend selbstbewußt und kapriziös, dennoch völlig ohne Allüren. Und sie ist ein autodidaktisches Multitalent.
Sie malt, sie schreibt, sie singt und sie tanzt sich durch ihr nicht gerade unkompliziertes - weil finanziell ständig angespanntes - Leben.

Diana ist Anfang zwanzig und von einer derart ansteckenden und lebensbejahenden Fröhlichkeit, die mich vom ersten Moment unserer Begegnung an für sie eingenommen hat.
Obwohl sie mich manches Mal - wenn sie mir voller Enthusiasmus von ihren neuen Ideen und Plänen, von neuen Projekten und Begegnungen mit neuen, interessanten Menschen berichtet - ein wenig atemlos hinterläßt.
Darüber hinaus scheint sie ein Magnet zu sein für ungewöhnliche Zeitgenossen. Ständig buhlen die ausgefallensten und farbenfrohesten Gestalten um ihre Gunst.

Diana und ihre Künstlerfreunde haben meine Bar schon vor längerem zu ihrem favorisierten Treffpunkt erklärt.
Im hinteren Teil der Bar, in dem ich zwei Ecktische für sie zusammengerückt habe, sitzt die verrückte Bande von (bisher) erfolglosen Schriftstellern, Malern, Liedermachern und Kabarettisten Abend für Abend.
Dort schwadronieren und philosophieren, lachen und zechen sie bis tief in die Nacht.
Apropo Zechen: Wie schon viele Künstler, Schriftsteller und Menschen „der Halbwelt“ vor ihnen, gehört auch diese Clique zu den Anhängern der „Grünen Fee“.
Offenbar ganz in der Tradition ihrer berühmten Vorbilder: Schon Vincent van Gogh, Toulouse-Lautrec, Monet, Gauguin oder Picasso waren ja für ihre Liebe (oder ihren Hang) zum Absinth bekannt.

Da dieses Vergnügen allerdings für die Truppe auf die Dauer unerschwinglich wäre, habe ich – eigens für sie – eine "neue Währung" in der BlogBAR eingeführt: Statt ihre Deckel am Ende eines Abends oder einer Woche in harter Münze zahlen zu müssen, entlohnen die Kreativen mich auf andere Weise.
Sie veranstalten Lesungen, Ausstellungen von Bildern oder Liederabende in meiner Bar. Oder führen kleine, kabarettistische Sketche auf.
Diese Abmachung ist zur Freude der bargeldlosen Clique inzwischen zur festen Einrichtung geworden.
Und zieht (zu meiner Freude) zahlreiche, neue Gäste an.
Weshalb dieses besondere Arrangement für uns Alle (auf die ein oder andere Weise) ein spezielles, vergnügliches Unterfangen ist.

Falls auch Sie auf den Geschmack gekommen sind oder vielleicht Ihre Kreativität wie unsere Kreativen beleben möchten, hier wie immer das Rezept - diesmal für einen etwas geheimnisumwitterten Drink.



IMAGIN LA FÉE
Gin & Absinthe

imagin

Zutaten
1 oz. 1 Imagin
1/4 oz. 1 La Fée Parisian Absinthe 68%
1/2 oz. 1 Sour Mix**

1/4 oz. 1 Blue Cuaracao

Anleitung
1 oz. Imagin + 1/4 oz. La Fée Parisian Absinthe + 1/2 oz. Sour Mix = Shake over Ice
In eine Cocktailschale mit crushed Ice,
1/4 oz. Blue Cuaracao langsam in die Mitte des Glases gießen.

Tip der Barfrau
**Sweet & Sour Mix kann man selbst herstellen.
Er hält sich im Kühlschrank aber nur ca. eine Woche. Dazu mischt man 3 Teile Limettensaft, 3 Teile Zitronensaft und 2 Teile Zuckersirup**.

DER AUFREISSER

JADE ODER: DAS "GOTTESGESCHENK" AN DIE FRAUENWELT

Wenn ich ehrlich bin, kann ich ihn nicht leiden. Und das ist eigentlich eine starke Untertreibung: Wenn ich ganz ehrlich bin, verabscheue ich ihn regelrecht. Obwohl er - was den Umsatz angeht - zugegebener Maßen zu meinen besten Gästen zählt.
"Sind Sie dann mit einer derartigen Antipathie nicht etwas ungerecht gegenüber einem guten Kunden?", werden Sie fragen.
"Immerhin" - wenden Sie ein - "sorgt ER für ein einträgliches Geschäft!"

Glauben Sie mir: Ein einträgliches Geschäft ist - auch wenn das in Ihren Ohren unglaubwürdig klingen sollte - selbst für eine Barfrau nicht das entscheidende Kriterium für Wohlwollen oder Sympathie gegenüber Gästen. Ich stimme Ihnen zu, dass es in meinem Lokal weder angebracht noch von Vorteil wäre, mich einem derartig starken Groll hinzugeben.
Aber zumindest hier will ich mir diese Freiheit nehmen.
"Was um Gottes Willen wird Jemand sich in einer Bar schon groß zu Schulden kommen lassen", fragen Sie weiter, "das eine
solche Aversion rechtfertigen kann?"
Ganz einfach: ER bestätigt jedes Mal aufs Neue alle Vorurteile und Klischees, die ich im Laufe meiner Tätigkeit als Barfrau gegenüber Yuppies angesammelt habe.


Bereits wenn dieser aalglatte, gestylte Fuzzi am Nachmittag lässig und federenden Schrittes zum Tresen tänzelt, wünsche ich mir nichts sehnlicher als irgendeinen aufgebrachten Ehemann oder eifersüchtigen Partner, der diesem Möchtegern-Frauenbetörer das perfekte Outfit ein wenig ramponiert.
Vielleicht den tadellosen Haarschnitt nur ein ganz klein wenig in Unordnung bringt oder beispielsweise dem Armani-Anzug ein paar Knitterfalten verpaßt. Und vor Allem dafür sorgt, daß die Sonnenbrille von der Nase dieses arroganten Yuppies verschwindet, die er sogar beim Bestellen stets aufbehält.
Ich hasse nichts mehr als Wichtigtuer, die sich hinter verspiegelten Gläsern verstecken - es ist ein Affront und pure Idiotie!

Ich hasse es außerdem, wenn Jemand nicht in der Lage ist, sein überaus wichtiges Telefonat mit ungeheuer wichtigen Leuten so lange zu unterbrechen, bis er seine Bestellung aufgegeben hat.
Sondern statt dessen mir und allen anderen Gästen - die ja vielleicht auch Wünsche haben - aufgrund seines (unmißverständlich mahnend) erhobenen Zeigefingers zumutet, endlos zu warten, bis ER endlich bereit ist, mir seine unglaublich kostbare Gunst für die Dauer eines einzigen Satzes zu schenken.
Sie würden nicht glauben, welches Artilleriefeuer von Sätzen er dagegen auf Frauen eröffnet, bei denen auch nur der Hauch einer Chance besteht, dass sie f***bar sind.
Verzeihen Sie bitte meine vulgäre Ausdrucksweise - ich zitiere nur seine Wortwahl (zu meist später Stunde), wenn er angetrunken und aufgekratzt gegenüber seinen Freunden mit seiner neuesten Eroberung prahlt.

Glücklicher (oder fataler) Weise - wobei es sehr auf den Standpunkt ankommt, den man dazu einnehmen will - sind die Frauen, die sich von seiner Rolex, seinem Sportwagen und dem, was er für Charme hält, blenden lassen, intellektuell relativ unbedarft.
(Und nachdem er sie zugunsten einer Attraktiveren eiskalt abserviert hat, hoffentlich etwas klüger).

Es gibt nur eine einzige Sache, bei der dieser unsympathische und dümmliche Zeitgenosse Geschmack beweist: In der Wahl seines Cocktails.
Diesen außergewöhnlichen Drink will ich Ihnen keinesfalls vorenthalten - darum hier das interessante Rezept.



Jade
Extravaganter Shortdrink. Probieren!

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Zutaten
2 cl weißer Rum
1 cl Curacao Orange
1 cl grüner Pfefferminz
Likör
halbtrockener Sekt

Anleitung
Einige Eiswürfel in einen Shaker geben. Rum, Curacao und Pfefferminz-Likör hinzufügen und gut schütteln.
In ein Cocktail-Glas abseihen und mit Sekt auffüllen.

DER SAXOPHON SPIELER

HAVANNA ODER: RAOUL UND LULU

5:00 Uhr morgens. Ich bin mit meiner Abrechnung fertig, habe die letzten Gläser gespült, die Aschenbecher geleert, die Tische abgewischt und die Stühle hochgestellt.
Gerade, als ich meine Jacke anziehen will, um nach einer langen Nacht endlich heim zu gehen, klopft es ans Fenster.
Raoul steht draußen und presst seine Nase ans Glas, während er dabei komische Grimassen schneidet.
Seufzend verabschiede ich mich von dem Gedanken an ein heißes Bad und einem baldigen Sinken in heimische Federn.
Wenn Raoul auftaucht, ist der weitere Verlauf des Morgens mehr als ungewiß. Trotzdem käme es mir nie in den Sinn, ihn nach Hause zu schicken. Dafür liebe ich seine unregelmäßigen Besuche viel zu sehr.
Raoul ist 25, ein ungestümer und blendend aussehender, junger Mann. Jedenfalls wenn man langhaarige, braunlockige, sensible und verrückte Saxophonisten mit dem Gesicht des Verkündigungsengels von Tizian mag. So wie ich.
Raoul schlüpft durch die Tür und drückt mich liebevoll an sich, bevor er seinen Lederkoffer behutsam in eine Ecke stellt.
In dem Koffer ruht sich Raouls wahre Geliebte - sein Sophransaxophon - gerade ein wenig vom ausgedehntem Liebesspiel aus.

Die meisten seiner Freunde nennen Raoul nur Birdy, in Anspielung auf sein großes Vorbild, Charlie Parker, dessen liebevoller Zweitname Bird oder "Yardbird" war. Raoul erzählt mir gern von seinem Vorbild und gerät dabei ins Schwärmen: "Keiner, ich sag`s Dir, k-e-i-n-e-r, Lulu, ist je auf dem Saxophon in so schwindelerregende Sphären geflogen wie Charlie Parker!" Ich liebe es, Raoul zuzuhören, wenn er ins Schwärmen gerät.
Trotzdem finde ich seinen Spitznamen etwas albern und kann mich nicht dazu durchringen, ihn ebenfalls Birdy zu nennen. Für mich war und bleibt er immer Raoul.

Es hat eine Zeit gegeben, in der ich wünschte, Raoul würde bei der Nennung meines Namens in solche Schwärmerei verfallen - aber leider ist sein Saxophon eine eifersüchtige Geliebte, die Niemanden neben sich dulden kann.
Damals war ich sehr verliebt in Raoul und wollte ihn um jeden Preis "besitzen". Zurückblickend weiß ich, daß ich mitunter vielleicht ein wenig vorsichtiger sein sollte mit dem Wünschen. Denn als Raoul sich mir schließlich zuwandte und sich mir - mit der Unbekümmertheit und Experimentierfreudigkeit seiner 22 Jahre - auf eindeutige Weise näherte, holte mich mein eigenes Alter in einer einzigen Nacht mit Raoul unsanft auf den Boden der Realität zurück.

Es war die wildeste und verrückteste Nacht meines Lebens.
Und noch heute erröte ich beim Gedanken an all die Dinge, zu denen ich mich im Laufe dieser Nacht von Raoul überreden ließ.
Dennoch bereue ich nichts an dieser intimen Begegnung, denn sie hat uns Beiden deutlich gezeigt, wo wir stehen.
Dass es - unabhängig von Alter, Lebensbedingungen und Neigungen - nicht sexuelles Verlangen ist, das uns miteinander verbindet, sondern daß eine tiefere, innere Übereinstimmung unsere Freude am Zusammensein prägt.
Unserer Freundschaft hat die Leidenschaft dieser einen Nacht glücklicher Weise nicht geschadet sondern sie, im Gegenteil, weiter vertieft.

So sitzen wir an diesem Morgen - mit einem köstlichen Havanna vor uns - an einem Tisch im hinteren Teil der Bar, während Raoul mir von seinem letzten Auftritt und einer neuen Liebschaft erzählt. Wir stecken die Köpfe zusammen wie zwei Verschwörer, lachen und freuen uns aneinander, während draußen bereits die Vögel zwitschern.

Wer - wie wir - Lust bekommen hat, auch einen Havanna zu trinken, für den gibt es an dieser Stelle selbstverständlich das Rezept.

Zum Wohl!


Havanna
herb schmeckender Cocktail

havanna

Zutaten
4cl Rum (weiss)
1cl Zitronensaft
4cl Ananassaft

Anleitung
Die Zutaten und ein wenig Eis im Shaker gut mischen und in ein Longdrinkglas geben.
Mehr interessantes auch hier florian und beim Flirtexperte

MERKWÜRDIGE BEGEGNUNG

GOLDEN CADILLAC ODER: SELBSTGESPRÄCHE

Es ist einer dieser schwülen Sommerabende, an denen man die Elektrizität in der Atmosphäre förmlich auf der Haut spüren kann.
Ich habe die Außentür der Bar weit geöffnet; sämtliche verfügbaren Ventilatoren surren leise im Hintergrund.
Dennoch bleibt die Luft stickig und meine Gäste sind deutlich gereizter als sonst. Wie jeder hier sehne ich das längst überfällige, reinigende Gewitter herbei, das hoffentlich auch die Stimmung in meinem Lokal entspannen wird.

ER ist gross, kräftig gebaut und trägt teure Markenkleidung.
Auf den ersten Blick könnte man ihn für einen Geschäftsmann halten. Allerdings nur dann, wenn man sich mit dem ersten, oberflächlichen Eindruck zufrieden gibt. Es gehört zu meinem täglichen Geschäft, hinter die Kulissen zu schauen, und so entgehen mir selten die wirklichen Nuancen: Zum Geschäftsmann fehlt ihm nicht nur das gewisse, energiegeladene Etwas, das solche Männern immer besitzen, sondern auch deren entgegenkommende, freundliche Verbindlichkeit.

Einmal abgesehen von der betont gelangweilten und arroganten Miene, die er zur Schau trägt, wirkt sein Gesicht völlig ausdruckslos. Seine Gesichtszüge sind auf eine beunruhigende Weise eingefroren, geradezu leblos und stehen in merkwürdigem Kontrast zu der gesunden Bräune seines Teints, die auf einen erst jüngst zurückliegenden Urlaub schließen lässt.
Seine unstet umher huschenden Augen meiden meinen direkten Blick. Die fühlbare Spannung, die von ihm ausgeht, lässt mich an einen zu straff gespannten Draht denken, von dem man befürchten muss, dass er jederzeit reißen kann. Ständig befeuchtet er mit der Zunge seine breiten, sinnlich aufgeworfenen Lippen - eine unbewußte und geistesabwesende Geste, die mich mehr abstößt als alles andere an ihm.

Bevor Sie mich vielleicht für meine heutige, allzu große Sensiblität und meinen (aus Ihrer Sicht) engen Blickwinkel tadeln, den Sie (im günstigsten Falle) vielleicht auf das schwüle Wetter schieben, lassen Sie mich Ihnen sagen, dass es oft die Kleinigkeiten, die belangslos erscheinenden Nebensächlichkeiten sind, die uns bei der Beurteilung einer Person von Anfang an die richtige Richtung weisen.

ER gehört zu der Art Kundschaft, bei denen ich vom ersten Augenblick an ein mulmiges Gefühl in der Magengegend habe. Kunden, bei denen ich froh bin, wenn ihr Besuch ohne Probleme verläuft und sie möglichst rasch wieder gehen. Gäste, bei denen ich hoffe, daß sie nie wieder auftauchen werden, weil mein Instinkt mir zur Vorsicht rät.
Trotzdem ist der Gast König und selbstverständlich weiss ich, was ich ihm schuldig bin.

Ich mixe seinen Drink und stelle ihm freundlich seinen Golden Cadillac auf die Theke. Er nimmt ihn und setzt sich an einen unbesetzten Tisch im hinteren Teil der Bar.
Dort, mit dem Rücken zur Wand, nippt er gedankenverloren an seinem Getränk, während er beim Trinken auf eine lächerlich gezierte Art den kleinen Finger der linken Hand abspreizt.
Draußen ist das erste, dumpfe Grollen des nahenden Gewitters zu hören, Blitze zucken am Himmel und kurz darauf geht ein prasselndes Unwetter auf die Stadt nieder.

ER sitzt an seinem Tisch und führt ein angeregtes Gespräch mit einem nicht existierenden Fremden. Er gestikuliert, erklärt dem Unsichtbaren wortreich seine Sicht der Dinge und sticht von Zeit zu Zeit belehrend mit dem Zeigefinger auf sein imaginäres Gegenüber ein. Dass der Laden voller Leute ist und (nicht nur) ich ihn beobachte, hat in seinem Paralleluniversum offensichtlich keine Bedeutung. Von Zeit zu Zeit starrt er ins Leere, neigt seinen Kopf, als lausche er den Worten eines Bekannten oder Freundes, bevor er zu einer heftigen Erwiderung ansetzt, die von ausladenden Gesten begleitet wird.
Eine Weile beobachte ich sein Treiben, obwohl mich beim Zusehen ein leises Grauen beschleicht.
Wie weit - frage ich mich beklommen - mag jemand sich bereits von der Realität verabschiedet haben, für den die Welt um ihn herum weniger bedeutsam ist als das Gespräch mit einem Gegenüber, das nicht existiert?
Der Himmel klart auf und das Gewitter ist vorüber.
Am hinteren Tisch hat ER seinen wütenden Disput beendet und hebt die Hand. Erleichtert stelle ich fest, dass er tatsächlich mich meint, um endlich zu zahlen und mein Lokal zu verlassen.

Für alle, die sich jetzt - wie ich - bei einem Drink von dieser merkwürdigen Begegnung erholen möchten, nun das Rezept für den köstlichen Golden Cadillac.


Golden Cadillac
Netter Cocktail mit Galliano und Créme de Cacao.

golden-cadillac

Zutaten
2 cl Sahne
4 cl Orangensaft
2 cl Creme de Cacao
1 cl Galliano

Anleitung
Im Shaker auf Eiswürfeln schütteln, in Cocktailschale abseihen.

BEAMTENTRÄUME

GIN FIZZ ODER: HERRN MÜLLERS TÄGLICHE, HALBE STUNDE

Vor etwa drei Stunden kam Herr Müller von der Arbeit "auf einen Sprung" (wie er immer sagt) zu mir herein. Herr Müller ist Beamter und im Sozialamt des großen, alten Rathauses tätig.
Aus dem, was er mir so erzählt, schließe ich, daß er sich den lieben, langen Tag mit harten Schicksalen und abgestumpften Kollegen herumschlägt, was ihn von Zeit zu Zeit in brütende Schwermut verfallen lässt.
Normaler Weise ist für Herrn Müller seine tägliche, halbe Stunde in meiner Bar, in der er dann seinen üblichen Gin Fizz trinkt, "eine schöne Abwechslung" - wie er immer sagt. Und wahrscheinlich ist diese "schöne Abwechslung" auch schon die einzige, ausgefallene Gewohnheit, die Herr Müller sich in seinem Leben gestattet - das jedenfalls sage ich.

Ich finde Herrn Müllers verschrobene, umständliche Art eigentlich ganz sympathisch. Wahrscheinlich schon deshalb, weil er bei mir Seiten offenbart, die Anderen verborgen bleiben.
Heute hat Herr Müller seine tägliche, halbe Stunde bereits gewaltig überzogen und klebt auf dem Barhocker wie die Fliege auf dem Leim.
Heute trinkt er bereits den dritten Gin Fizz und macht mir auf eine altmodische und schrullige Weise den Hof, die mich schmunzeln lässt und auch rührt. Darüber hinaus ist Herr Müller heute - im Gegensatz zu seiner sonst verschlossenen und stillen Art - ungewöhnlich redselig und aufgekratzt.
Allerdings scheint es ihm bei seinen Erzählungen schwer zu fallen, einem roten Faden zu folgen. Wie Flöhe springen seine Gedanken mal auf den einen, mal auf einen anderen Hund.
Aber vielleicht bin ich auch nur unfähig, den roten Faden in Herrn Müllers Gedanken aufzuspüren. Wer weiß das schon so genau?
"Lulu", sagt Herr Müller, "ich hoffe doch, ich darf Sie Lulu nenen?" und ich nicke.
"Lulu", sagt Herr Müller und schüttelt betrübt den Kopf, "ich bin ein Dinosaurier, ein Fossil. Ich passe nicht in diese Zeit!"
Er starrt sinnend in ein Glas, während ich überlege, ob Herr Müller heute deshalb so viel trinkt, weil er ein einsamer Dinosaurier ist.

Nach einer Weile des stummen Trübsinns sieht Herr Müller mir (immer noch schweigend) in die Augen. So, als würde er mich im Stillen einem Test auf Vertrauenswürdigkeit unterziehen. Ich würde gern wisse, ob Prüfungen wie diese zu Herrn Müllers täglichen Gepflogenheiten auf der Arbeit zählen, bevor er scheinbar oder anscheinend Bedürftigen Gelder bewilligt.
Offenbar bestehe ich Herrn Müllers geheimen Test.
"Wissen Sie eigentlich, wieviel Geld ich inzwischen auf der hohen Kante liegen habe?", fragt er mich. Ich verneine und frage mich besorgt und klammheimlich, in welches Fahrwasser uns diese Frage wohl geraten lässt.
Herr Müller beugt sich zu mir herüber und sein alkoholisierter Atem kitzelt mein Ohr, in das er die Summe verschwörerisch flüstert. Als ich ihn staunend ansehe, nickt er noch einmal bestätigend und legt seine Aktentasche auf den Tresentisch.

Herr Müller fingert am Schloss der schwarzen Ledermappe herum, das sich widersetzt, weil Herrn Müllers Feinmotorik nach drei Gin Fizz bereits erheblich eingeschränkt ist. Aber schließlich gelingt es ihm unter einigen Mühen, seine Aktentasche doch noch zu öffnen. Er kramt auf seine seine umständliche Art zunächst eine Weile darin herum, bis er das, was er sucht, endlich findet.
Herr Müller legt zwei Hochglanzmagazine eines mir unbekannten Reisebüros auf den Tisch. Begeisterung blitzt in seinen Augen und plötzlich wirkt der sonst so besonnene und stille Herr Müller wie ein kleiner Junge, der sich aufs Zeltlager freut.

Australien - Neuseeland - Südsee steht dort über Hochglanzbildern von schneeweißen, menschenleeren Stränden mit Kokospalmen, auf die ich einen sehnsuchtvollen Blick werfe.
"Wenn ich einmal genug habe von mobbenden Kollegen und dem täglichen Leid..." Herr Müller tippt mit dem Zeigefinger auf die Titelseite und schaut mich wieder lange an, als wolle er den Wahrheitsgehalt seiner Aussage im Spiegel meiner Augen überprüfen.
Ich sehe lächelnd in Herrn Müllers Augen und lege meine Hand fest auf seine. "Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass Sie Ihre Träume verwirklichen und hoffe, Sie tun es schon bald, Herr Müller! Und an jeder Station Ihrer Reise trinken Sie bitte einen Gin Fizz auf mich, werden Sie das tun?!"
Herrn Müllers Augen lächeln zurück, als habe er nichts anderes von mir erwartet. Er nickt, packt umständlich seine Reisejournale zurück in die Aktentasche, tätschelt meine Hand ein paar Mal und zahlt.

Trinken wir auf einen Beamten, dem es zwar schwer fällt, über den eigenen Schatten zu springen, der aber immer noch träumen kann.
Und damit Sie, liebe Leser, das auch mit einem Gin Fizz tun können, gibt es - wie immer an dieser Stelle - nun das Rezept.




Gin Fizz

Longdrink aus Gin, Zitronensaft und Soda

gin-fizz

Zutaten
6cl Dry Gin
4cl Zitronensaft
2 Esslöffel Puderzucker
Soda

Anleitung
Geben Sie alle Zutaten bis auf das Soda zusammen mit Eis in einen Shaker und schütteln alles kräftig durch. Gießen Sie den Drink anschließend in ein Longdrinkglas mit Eis und füllen Sie mit Soda auf.

CAMPARI CARIBIC ODER: SELTSAME RITUALE

Drei Uhr früh. Außer uns beiden Frauen ist die Bar leer - bis auf den Betrunkenen, der am Ecktisch hinten links mit dem Kopf auf der Tischplatte liegt und seinen Rausch ausschläft.
So lange es so ruhig bleibt wie jetzt - und an Wochentagen ist es das meistens - werde ich den alten Säufer nicht wecken. Er schnarcht nicht, er kotzt nicht, er stört Niemanden und ausserdem vermisst ihn keiner. Er wird er ohnehin von selbst wach, wenn ich die Bar schliesse.

An Wochentagen wie diesem vollziehen der Betrunkene und ich stets das gleiche Ritual - fast als wären wir ein perfektes Team mit festgelegten, gut eingespielten Rollen: Ich beende morgens um 4:00 Uhr meine Schicht und nehme den Schlüsselbund vom Haken, um die äußere Tür zu schließen. Er erwacht beim ersten Klappern des Schlüssels und bezahlt seine Zeche. Ich rufe ihm ein Taxi und bis seine Kutsche kommt, hat er ein fürstliches Trinkgeld in mein Theken-Sparschwein geworfen. Dann verlässt er - unter Hilfestellung eines genervten Taxifahrers - unentwegt brabbelnd und völlig unverständliche Entschuldigungen murmelnd - schwankend das Lokal.
Von dem, was den Bauch des Schweinchens bisher auf diese Weise gefüllt hat, kann ich bald in Urlaub fahren. Es gibt also keinen guten Grund, ein sinnvolles Procedere zu ändern.

Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, bei uns Frauen. Die Jägerin der Nacht sitzt an meiner Theke und trinkt Campari Caribik - eines dieser typischen, süssen Frauengetränke. Ich weiss nicht genau, beim wievielten sie inzwischen angekommen ist, aber angetrunken lassen sich Selbstgespräche anscheinend leichter führen.
Warum ich sie Jägerin der Nacht nenne? Ganz einfach: Weil sie Abend für Abend auf Männerjagd geht und meistens Beute macht. Ausser heute. Heute ist sie leer ausgegangen und betrinkt sich statt dessen.

Sie hat bereits ordentlich Schlagseite und nörgelt: "Lulu, ichweissdassu mich immer beobachtest! Finnestdu mein Leben so inneressant oder gucksu auf mich runter? Klar gucksu auf mich runter! Aber Du kennsmichnich, verstehsse? Klar nehmich jeden Abend einen Anneren mit, aber ich kann nichallein sein, weissu? Und ausserdem..."
Sie verstummt, zündet sich umständlich eine Zigarette an und stiert in ihr Glas. Dabei hätte mich das "ausserdem" brennend interessiert. Denn die Jägerin der Nacht zählt für mich zu den schillerndsten Figuren des nächtlichen Großstadtlebens.

Was mein Interesse an ihr betrifft, irrt sie sich nicht: Ich beobachte sie seit langem. Weil mich ihre Beutezüge ebenso schaudern lassen wie faszinieren. Ich weiss nicht, wann und warum sie begonnen hat, meine Bar als Jagdrevier zu betrachten - ich werde sie wohl kaum danach fragen. Eines Nachts ist sie plötzlich aufgetaucht und seitdem kommt sie jeden Abend her. Ich vermute, daß sie den hohen Anteil von gut betuchter Laufkundschaft in meinem Lokal als einleuchtende Wahl für ein Revier betrachtet: Reiche Beute, leicht zu erlegen, keine späteren Komplikationen!

Wie dem auch sei...eigentlich wirkt die Jägerin der Nacht - so lange sie es nicht darauf angelegt, gesehen zu werden - trotz ihrer körperlichen Vorzüge (sie ist schmal gebaut, hat schöne Brüste, lange Beine und glatte, schwarze Haare) eher mittelmäßig und unauffällig. Aber sie hat einen Trick, so eine ganz spezielle Art, ihr "inneres Licht" anzuknipsen. So wie ein Zauberer Kaninchen aus seinem Hut zaubern kann. Ausserdem besitzt sie die Verwandlungsfähigkeit eines Chamäleons. Es ist unglaublich und verstörend, mitanzusehen, wie viele Frauen in einer Person sie verkörpern kann.

Wenn sie meine Bar betritt, ist sie Fräulein Jedermann. Doch davon lasse ich mich schon lange nicht mehr täuschen. Ich sehe, wie sie bereits im Eingang das Territorium auf mögliche Beute hin sondiert und sich unauffällig näher schleicht, um Witterung aufzunehmen. Sie lässt sich viel Zeit bei der Auswahl eines möglichen Opfers. Doch sobald sie das Band aus ihrem schwarzen Haar löst, mit dem sie es zum Pferdeschwanz bindet und dieses wissende Lächeln auf ihrem Gesicht erscheint, weiss ich: Die Pirsch hat begonnen!
Urplötzlich knistert es in der Bar vor unterdrückter Spannung und jeder Mann in der Nähe der Jägerin scheint wie elektrisiert, als warte er nur darauf, mit ihr seine geheimsten und exzessivsten Wünsche in den kommenden Stunden auszuleben.

Nur heute nicht. Denn inzwischen ist die Jägerin der Nacht so betrunken, dass sie sich kaum noch auf dem Hocker halten kann. Ich helfe ihr herunter und bestelle ein Taxi, während sie sich an den Tresen klammert. Dann nehme ich den Schlüsselbund vom Haken und in der hinteren Ecke erwacht der Betrunkene wie aufs Stichwort aus seinem alkoholumwölkten Dämmerzustand.

Eine Nacht von vielen geht zu Ende und ich schließe für heute nicht nur die Außentür sondern auch dieses herrlich verrückte, seltsame und auch manchmal etwas traurige Bartagebuch.

Und nun - wie versprochen - das Rezept des heutigen Cocktails.
Wohl bekomm`s!



Campari Caribik

Sehr fruchtiger und sahniger Campari Drink

Campari-Caribik

Zutaten
4cl Campari
8cl Maracujasaft
2cl Zitronensaft
2cl Sahne
4cl Cream of Coconut

Anleitung
Geben Sie alle Zutaten zusammen mit Eis in einen Shaker und schütteln alles kräftig durch. Gießen Sie den Cocktail in ein Longdrinkglas mit Eis.

COSMOPOLITAN ODER: DER FLUCH DES PSEUDOINTELLEKTS

COSMOPOLITAN ODER: DER FLUCH DES PSEUDOINTELLEKTS

Sie gibt meiner Bar gottlob nur selten die Ehre, aber wenn sie es tut, verdirbt sie mir den ganzen Tag.
Jedes Mal nehme ich mir vor, mich nicht provozieren und sie einfach reden zu lassen. Aber am Ende bin ich wütend und sie stolziert mit triumphierender Miene auf ihren Stöckelschuhen zur Tür hinaus.
Ihre Besuche verlaufen - das muss ich zu meiner Schande gestehen, weil ich jedes Mal ebenso fassungs- wie tatenlos daneben stehe - immer nach dem gleichen, einfachen Prinzip, an dem sie festhält wie an ihrer Pradatasche. Aber da ich von Natur aus freundlich bin und mich darüberhinaus der Höflichkeit zum Gast verpflichtet fühle, will es mir einfach nicht gelingen, sie zu vertreiben oder ihr das böse Maul zu stopfen.

Miss Manierlich verdankt ihren wenig schmeichelhaften Spitznamen übrigens nicht mir sondern meinem liebsten Stammgast, einem klugen, alten Herrn. Als besagte Dame diesem charmanten Gentleman geifernd eines ihrer pseudointellektuellen Wortgefechte aufzudrängen suchte, fand er - zu meiner Verwunderung und Belustigung - ungewohnt harte und deutliche Worte: "Vielleicht hat man Ihnen ja in früher Kindheit einen schimmeligen Fremdwörterduden reingezwängt und seither leiden Sie an Logorrhö! Aber was habe ich damit zu tun, bin ich vielleicht Ihr Therapeut?" Solche Geistesgegenwart kann ich mir leider nicht erlauben und so ist besagte Dame zum Schrecken meiner trägen und besinnlichen Nachmittage im Lokal geworden.
Ich schlage vor, wie schauen uns so ein typisches
Miss-Manierlich-Heimsuchungs-Intermezzo einmal gemeinsam an:

16:00 Uhr:Miss Manierlich stöckelt im Lacoste-Kostümchen, mit dem Pradatäschchen unterm Arm und ihrem üblichen, arroganten
Ich-bin-euch-haushoch-überlegen-Blick zu meinem Tresen und verlangt mit herrischer Stimme ihren obligatorischen Cosmopolitan.

16:15 Uhr: Inzwischen hat sie sich soweit aklimatisiert, dass sie mit potentiellen Gesprächspartnern rechts oder links ihres Barhockers einen zunächst harmlosen Smalltalk startet.

16:30 Uhr: Miss Manierlich bricht mit ihren vermeintlichen Kontrahenten einen Streit vom Zaun, galoppiert dabei kilometerweit durch das Unterholz ihrer verkorksten Psyche und liefert wahrhaft Bravourstücke kleingeistiger Intoleranz. (Wobei ihr maniriertes Gehabe, ihr gekünsteltes Lachen und ihre Arroganz ein Übriges tun, um mir bereits jetzt die Zornesröte ins Gesicht, den Schweiß auf die Stirn und die anderen Thekengäste auf die Palme zu treiben).

16:45 Uhr: Inzwischen ist die Dame bei Stilfragen gelandet und lässt sich ermüdend und weitschweifig über ihre Sicht der Welt im allgemeinen und im besonderen aus. Und obwohl Niemanden interessiert, was sie für stilvoll oder stillos hält, klappert die Mühle am rauschenden Bach unverdrossen weiter.
(Ich, werte Miss Manierlich, beispielsweise finde es ausgesprochen stillos, wie Sie mir und meinen Gästen auf die Nerven gehen!)

17:00 Uhr: Sie hat endlich ein Einsehen mit der Welt, guckt panisch auf ihre Uhr und jammert: "Herrgottchen, schon wieder so spät, jetzt muss ich aber sausen!" Dann winkt sie gönnerhaft in die Runde der Gäste, die sie gerade - ohne rüpelhaft zu werden - auf ihre "feinsinnige" Weise gedemütigt und beleidigt hat. Sie nickt ihnen zu, als hätte sie ihnen in der letzten Stunde mit ihrer unsensiblen und rechthaberischen Natur den Schlüssel zum Himmelstor vor die unwürdigen Füße gelegt. Alle Gäste am Tresen atmen erleichtert auf, als die frustrierte, aggressive Xantippe endlich zahlt und geht.

Bis zum nächsten Mal, Miss Manierlich - obwohl ich hoffe, Sie beehren uns nie wieder!

Auf diesen Schreck gönnen wir uns erst mal einen ebenso erfrischenden Cocktail, wie Miss Manierlich ihn getrunken hat.
Prost!


Cosmopolitan

Leckerer Aperitif...besonders bekannt aus der Serie Sex and the City


cosmopolitan

DAIQUIRI ODER: DIE BORDSTEINSCHWALBE

DAIQUIRI ODER: DIE BORDSTEINSCHWALBE

Es ist schon erstaunlich. Wir blicken zwar scheu zu ihnen auf, zu den Tüchtigen, den Starken, Tugenhaften und Unbestechlichen. Aber wirklich hingezogen fühlen wir uns zu denen, mit denen wir unsere Schwächen teilen können. Es sind die gefallenen Engel, die uns freimütig einen Blick in ihre Abgründe gewähren, in die wir ebenso schaudernd wie wollüstig schauen. Mir jedenfalls geht es so.

Edda Profitlich ist solch ein gefallener Engel.
Natürlich heisst Edda weder Edda und schon gar nicht Profitlich. Aber irgendeinen Namen muss ich ihr ja geben, wenn ich hier über sie schreiben will. Also wollen wir sie - um das Ganze nicht unnötig zu komplizieren - einfach Edda nennen.
Der Name Edda klingt bescheiden und bodenständig...ich merke schon: Heute verzettele ich mich!

Wo war ich stehengeblieben? Richtig, bei Edda.
Sie ist nicht nur häufiger und gern gesehener Gast in meiner Bar sondern auch meine beste Freundin. Und darüber hinaus ist sie eine "pensionierte Bordsteinschwalbe" .
Bis zu ihrem neunundvierzigsten Lebensjahr war Edda das, was man gemeinhin als "Edelnutte" bezeichnet. Obwohl ich diesen Ausdruck hasse. Er klingt so unglaublich vulgär.
Manche werden sicher einwenden, dass ihr ehemaliger Beruf ja wohl auch einem ausgesprochen vulgären Gewerbe zuzuordnen wäre - darüber will ich nicht streiten. Edda mag ein wildes und schwieriges Leben geführt haben, aber sie hat Klasse und Stil. Sie ist die warmherzigste und humorvollste Person, die ich je kennengelernt habe. Und das will etwas heissen - sowohl , was ihr Leben, als auch, was das meine betrifft.

Ich glaube, heute bin ich wohl ein wenig umständlich und weitschweifig. Und sehr bemüht, meine Freundin schon im Vorfeld vor harten Urteilen zu schützen. Der geneigte Leser möge mir verzeihen, dass ich ihn dazu bringen will, Edda mit meinen Augen zu sehen und sich nicht von Vorurteilen leiten zu lassen.

Als Callgirl hat Edda eine "steile Karriere" hinter sich: Sie ist bis in die höchsten Kundenkreise "aufgestiegen". Über ihre Erlebnisse
schreibt sie gerade ein Buch. Als sie mich letzte Woche bat, die ersten Kapitel ihrer Aufzeichnungen zu lesen, war ich ebenso fasziniert wie erschüttert über das, was sie dort schrieb.
Man muss wissen, dass Edda bis dahin (nicht einmal mit mir) viel über ihre Zeit als Callgirl geredet hat, auch wenn ihr ehemaliger Beruf ein offenes Geheimnis zwischen uns war. Ich habe ihr Schweigen immer respektiert und nie versucht, ihr Geständnisse zu entlocken.

Um so schockierender war es für mich, ganz unerwartet Einblick in diese Welt zu bekommen; in die ebenso bizarren wie perversen Wünsche reicher Kunden, mit deren Erfüllung Edda ihr Geld verdiente.
Edda schilderte zum Beispiel die Geschichte eines Mannes, in dessen Villa ein Sarg stand, weil er Beerdigungen liebte und sie ihn sexuell erregten. In diesen Sarg also musste Edda klettern, während der Besitzer der Villa...
Aber lassen wir das. Mir blieb beim Lesen der Geschichte mein anfängliches Lachen im Halse stecken und ich vermute, jedem anderen erginge es ebenso.
Eddas Buch jedenfalls ist hitlistenverdächtig, so viel war mir bereits nach den ersten Seiten klar.

Sie fragen sich sicher, warum ich überhaupt von Edda angefangen habe, wenn ich schon nichts Intimes oder Indiskretes über sie preisgeben will. Ganz einfach: Edda hat heute Geburtstag - ihren fünfundfünfzigsten, den sie einfach nicht feiern will.
Aber ich will ihn feiern und wenn schon nicht mit Edda, dann zumindest mit Ihnen. Geben Sie sich einen Ruck und stoßen Sie mit mir an auf eine großartige Frau, mit der das Leben nicht gerade sanft umgesprungen ist.
Mit einem Daiquiri - Eddas Lieblingsdrink - möchte ich einen Toast ausbringen: Auf Dein Wohl, liebe Edda und happy Birthday! Bitte bleib` für mich immer so, wie Du bist!

Für Alle, die mit mir von Zuhause aus auf Edda anstoßen möchten, gibt es hier natürlich das Rezept dieses leckeren Getränks!


Daiquiri

daiquiri

Zutaten
4cl Rum (weiss)
2cl Limettensaft
0.5cl Rohrzuckersirup

Anleitung
Alle Zutaten mit Eis kräftig shaken (mind. 10sec.) und in eine kleine Martinischale auf frisches Eis abseihen.
Eine Limettenscheibe zur Dekoration anstecken und servieren.

Tip der Barfrau
Als Rum eignet sich z.B. der Havanna Club 3 Años recht gut.
Der Limettensaft sollte frisch gepreßt sein.
Den Zuckersirup kann man auch durch Grenadine- oder BlueCuracao-Sirup ersetzen.
Das ergibt witzige Farbspiele.

DER GEHEIMNISSVOLLE FREMDE

BRANCA ARANCETA ODER: KATZ` UND MAUS

Ich kann die Uhr nach ihm stellen. In jeder Donnerstagnacht um genau zwanzig vor zwölf betritt er die Bar.
Wenn der Platz frei ist, setzt er sich auf den zweiten Stuhl von links, in die Ecke, in der Erdnüsse und gebrannte Mandeln in kleinen Glasschalen auf dem Tresen stehen.
Seine Attraktivität fällt als Erstes in Auge: Gross und sportlich wirkt dieser schöne Fremde - braungebrannt und sehr gepflegt. Er riecht nach Erfolg und einem teuren After Shave. Seine Hände sind manikürt, seine Zähne strahlend. Sein schwarzes Haar ist von einzelnen, silbernen Strähnen durchzogen, was seine weltmännische Ausstrahlung betont. Jedes Mal bestellt er das Gleiche: Branca Aranceta. Einen für sich und einen für mich. Ich mixe unsere Drinks, stelle sie vor uns hin, wir stossen an und unser Spiel beginnt:

Ich versuche, irgendeine Kleinigkeit über sein Leben (und sei sie noch so belanglos) zu erfahren, indem ich unverfängliche Fragen stelle wie zum Beispiel: "So spät Feierabend?" oder "Auf dem Nachhauseweg?" oder "Alleine unterwegs?" Inzwischen bin ich kreativer und gewitzter geworden, aber ER kennt meine Masche und schaut mich mit seinen wissenden, grauen Augen nur prüfend oder belustigt an.

Mit hartnäckiger Beharrlichkeit setzt ER meiner Neugierde ebenso wirkungsvolle wie intelligente Verteidigungsstrategien entgegen: Er verlegt sich auf rätselhafte Bemerkungen oder stellt mir findige bis spitzfindige Gegenfragen, die mich verwirren. Weil sie Teil eines komplexen Puzzlespieles zu sein scheinen, das mir zwar ein Bild seiner Person zeigen wird, aber nur, wenn ich bereit bin, die Herausforderung anzunehmen. Nur, wenn ich nur geschickt genug bin, jedes Puzzleteil an die richtige Stelle zu legen.
Selbstbewußt und unnahbar sitzt der geheimnisvolle Fremde an meinem Tresen. Er flirtet ungeniert mit mir, wartet aber insgeheim mit kühler Berechnung darauf, ob ich die kleinen Informationsbröckchen annehme, mit denen er mich von Zeit zu Zeit füttert, um mich wieder aus der Reserve zu locken, wenn ich in meinem Bestreben erlahme, das Rätsel um ihn zu lösen.
Er ist wie die Katze, die beunruhigend clever und siegessicher ihre Beute umkreist. Und obwohl ich die Maus bin, genieße ich die perfide Jagd. Meistens jedenfalls.
Manchmal fühle ich mich dabei auch wie eine Laborratte in einem unüberschaubaren Experiment.

Wohin uns dieses Katz-und-Maus-Spiel führen wird, vermag ich nicht zu sagen. Es könnte zu interessanten Erkenntnissen ebenso wie zu meinem Untergang führen.
Aber Eines weiss ich genau: Um keinen Preis möchte ich auf die prickelnde Erregung oder den Nervenkitzel verzichten. Meine Nackenhaare stellen sich auf, sobald der geheimnisvolle Fremde Donnerstagnacht im Türrahmen steht.
Dieser Mann ist wie ein Stachel in meinem (zugegebener Maßen) ebenso ehrgeizigen wie sehnsüchtigen Fleisch, der - obschon er keinen andauernden oder heftigen Schmerz verursacht - ein qualvolles Ziehen in meiner Leistengegend auslöst.
Ich verzehre mich schon montags danach, diesen leichten Schmerz neu zu beleben und fühle mich - obwohl ich mich für diese Schwäche verachte - außerstande, den Stachel aus meinem Fleisch zu ziehen...


(Am Schluß einer jeden Geschichte gibt es ab heute immer das Rezept des Cocktails, den mein jeweiliger Gast in der BlogBAR getrunken hat!)

Auf euer Wohl und Prost!

BRANCA ARANCETA

branca

Fruchtiger Cocktail mit Fernet Branca, Apricot Brandy & Co. (Empfehlung von Jens Spreckelmeyer, Barchef Sturmhaube, Kampen auf Sylt ).

Zutaten:
2cl Fernet
Branca
1,5 cl Triple Sec

Anleitung:
...mit Orangensaft auffüllen und auf Eiswürfeln servieren.

Fremdgehende Väter

Werdende Väter gehen häufiger fremd
Schwangerschaft und gewisse Charakterzüge fördern die Bereitschaft zum Seitensprung, Religiosität senkt sie.

Von Jochen Paulus

Wenn eine Frau schwanger ist, verfünffacht sich ihr Risiko, dass der Ehemann sie betrügt. Dies ist eines der Ergebnisse der ersten repräsentativen Studie zu der Frage, welche Umstände und Persönlichkeitsmerkmale Untreue fördern. Mark Whisman von der University of Colorado in Boulder und seine Kollegen werteten dafür die Angaben von 1250 Amerikanerinnen und Amerikanern aus, die im Rahmen der National Comorbidity Survey befragt wurden («J Fam Psychol», Bd. 21, S. 320).

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Eine Schwangerschaft erhöht demnach drastisch die Seitensprunggefahr, die eine schlechte Beziehung mit sich bringt. Sind Männer mit ihrer Ehe unzufrieden, gehen fast zwölf Prozent fremd, wenn ein Kind unterwegs ist. Ohne Schwangerschaft werden innerhalb eines Jahres drei Prozent untreu. Selbst in der Ehe glückliche Männer suchen häufiger anderweitig Sex - die Wahrscheinlichkeit steigt durch eine Schwangerschaft von 0,2 Prozent auf 1,2 Prozent. Die Gründe sind nicht bekannt. Laut den Forschern könnte es aber daran liegen, dass sich das sexuelle Interesse der Frauen und mit ihm das Sexualleben in dieser Zeit verändere.

Während eine Schwangerschaft Beziehungsprobleme nicht selten bis zur Affäre eskalieren lässt, mindert Religiosität dieses Risiko. Wer häufig in die Kirche geht und sein Leben möglichst nach Gottes Wünschen ausrichtet, leistet sich auch bei schlechter Ehe vergleichsweise selten eine Affäre. Während sich anderthalb Prozent der unglücklich verheirateten Religiösen binnen eines Jahres einen Seitensprung erlauben, sind es bei den Atheisten in gleicher Lage fünf Prozent. In glücklichen Ehen unterscheiden sich Kirchgänger und andere mit Werten jeweils um ein Prozent dagegen kaum.

Weshalb religiöse Regeln der Treue förderlich sind, ist nicht bekannt. Whisman und sein Team möchten dieser Frage nachgehen. Möglicherweise ergäben sich Erkenntnisse, anhand derer sich auch Ungläubige für mehr Treue gewinnen liessen.
Ehrlicher zu einer Maschine

Eine weitere Gefahr für die Monogamie ist Neurotizismus. Dieser Persönlichkeitsfaktor umfasst Eigenschaften wie Ängstlichkeit, Depressivität und die Neigung zur Hypochondrie. Dazu kommt Impulsivität. Whismans Team vermutet, dass dieser Zug Seitensprünge provoziert. Ausgeprägter Neurotizismus verdoppelt das Risiko fürs Fremdgehen, selbst wenn die niedrigere Zufriedenheit mit der Ehe berücksichtigt wird,

Insgesamt bekannten sich in der Studie 2,3 Prozent der Teilnehmer zu einem Seitensprung in den letzten zwölf Monaten. Diese Zahl ist jedoch mit Vorsicht zu geniessen, da solche Geständnisse stark davon abhängen, wie gefragt wird.

Dies zeigt Whisman in einer weiteren Studie, die auf den Angaben von 5000 Frauen basiert («J Fam Psychol», Bd. 21, S. 147). Dabei wurden einige heikle Fragen zweimal gestellt – einmal direkt von einer Interviewerin und einmal über Kopfhörer von einem Computer, in den auch die Antworten einzugeben waren.

Die Frauen fühlten sich mit dem Rechner wohler und waren entsprechend ehrlicher. Sechs Prozent beichteten der Maschine einen Seitensprung, nur ein Prozent der Interviewerin.

Auch einige Risikofaktoren entlarvte nur der Rechner. Mehr Untreue verzeichnete er für jüngere Frauen, geringer gebildete Frauen und wiederverheiratete Frauen. Unabhängig von der Fragetechnik erwiesen sich als Risiko: mehr Intimpartner im ganzen Leben, Zusammenleben vor der Ehe und wiederum mangelnde Gottesfurcht.

Doppelt bestätigt wurde auch, dass sexueller Missbrauch in der Kindheit das Seitensprungrisiko mindestens verdreifacht. Warum dieser erstmals untersuchte Zusammenhang besteht, lässt sich nur vermuten. Es könnte daran liegen, dass traumatische sexuelle Erfahrungen später die Freude am Sex stören oder eine Beziehung überhaupt belasten, so die Autoren.

Tokio Hotel wirklich so schlimm?

Sind Tokio Hotel wirklich so schlimm, daß manche meinen 20 Gründe gegen Tokio Hotel schreiben zu müssen? Kopfschüttel...

Bloggen macht Spass

Ich bin begeisteterter Blogleser und blogge auch in namhaften Weblogs mit, ich möchte aber anonym bleiben, deshalb nur soviel, meine Lieblingsblogs sind

BasicThinking, Crazylifeblog und Flibber.

Cocktail for free

BEGRÜSSUNGSCOCKTAIL

Zu mir kommen sie alle: Die Erfolgsverwöhnten, die Aufsteiger und Nach-Unten-Treter, die Einsamen, die komischen Käuze, die schrägen Vögel, die Mühseligen und die Beladenen; sie alle geben sich in meiner Bar die Klinke in die Hand. Sie hocken auf ihren Stühlen. Sie trinken und betrinken sich. Sie sind leutselig und laut. Oder mürrisch und in sich gekehrt.
Aber immer erzählen sie mir ihre Geschichten: Interessante Begebenheiten, Trauriges wie Banales, Beklemmendes und Furchteinflössendes, Seltsames wie Lustiges.
Meine Bar ist ein florierender Umschlagplatz für den Handel mit aller Art Geschichten: Für die Wunsch- und Albträume, die bestechendsten Wahrheiten oder die schillerndsten Lügen. Die Grenze verläuft oft fließend.

Manche Geschichte ist schwer wie der Wein im langstieligen Glas, in das der Erzähler wie in eine Glaskugel schaut. Oder zähflüssig wie der Kräuterlikör, den er hastig im Stehen hinunterkippt.

Ich bin Lulu, die Bardame - im virtuellen wie im wahren Leben.
Mit einem entscheidenden Unterschied: Hier kann ich mir die Indiskretion gestatten, mich frei von der Leber weg über meine Gäste zu äußern. Hier erfahre ich die gleiche Anonymität wie die Gäste in meiner Bar.
Dem geneigten Leser möchte ich sagen, daß meine Arbeit mir Beruf wie Berufung ist. Sie erschöpft sich nicht darin, hinter dem Tresen Getränke auszuschenken.
Im Nachtleben der Großstadt habe ich viele Funktionen: Ich höre Beichten an und erteile Absolutionen, bin Ratgeberin und Kummerkastentante, Blitzableiter und manchmal Vertraute - für die Zeit eines Gedeckes oder einiger Biere.

Ich lade euch ein, mit mir ins Zwielicht dieser Welt einzutauchen, die ihre ganz eigenen Gesetze hat.
Aber haltet euch gut am Tresen fest, es wird ein wilder, nicht ganz ungefährlicher Trip !

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